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		<title>Was wusste Netanjahu vor dem 7. Oktober?</title>
		<link>https://nahostpolitik.com/ohne-kategorie/was-wusste-netanjahu-vor-dem-7-oktober/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Friedrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Oct 2026 14:52:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nahostpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[Seine Aussichten auf eine Wiederwahl sind gefährdet, da jüngste Untersuchungen Warnungen aus dem Ausland enthüllen, die in den Tagen und Wochen vor dem Hamas-Angriff im Jahr 2023 eingegangen sind. Blaise Malley, 08.10.2026 Drei Jahre nach dem Angriff vom 7. Oktober stellt der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu die Reaktion Israels als eine Geschichte von Widerstandskraft und [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Seine Aussichten auf eine Wiederwahl sind gefährdet, da jüngste Untersuchungen Warnungen aus dem Ausland enthüllen, die in den Tagen und Wochen vor dem Hamas-Angriff im Jahr 2023 eingegangen sind.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Blaise Malley</strong>, 08.10.2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Drei Jahre nach dem Angriff vom 7. Oktober stellt der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu die Reaktion Israels als eine Geschichte von Widerstandskraft und überwältigendem militärischen Erfolg dar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einer Rede vor den Vereinten Nationen im vergangenen Monat erklärte Netanjahu, Israel habe sich angesichts eines „Krieges an sieben Fronten“ behauptet und – „statt zusammenzubrechen“ – jedem seiner Feinde „verheerende Schläge“ versetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Dank der Tapferkeit unserer Kämpfer haben wir das Blatt gewendet“, sagte der Premierminister am Montag bei einer Gedenkveranstaltung für die Israelis, die bei dem Angriff vom 7. Oktober und in dessen Folge ums Leben kamen. „Wir haben die klare und unmittelbare Gefahr der Vernichtung von Millionen unserer Bürger abgewendet.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Später in diesem Monat stellt sich Netanjahu zur Wahl, um seine beispiellose 19-jährige Amtszeit zu verlängern. Doch während er die israelischen Wähler dazu aufruft, sich an sein Krisenmanagement zu erinnern, konzentrieren sich seine Gegner auf die Rolle, die der amtierende Premierminister im Vorfeld der Angriffe gespielt haben könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehrere aktuelle Medienberichte besagen, dass die Regierungen der Vereinigten Arabischen Emirate und Ägyptens Netanjahu vor einer drohenden Gefahr durch die Hamas gewarnt hatten, der Premierminister diese Informationen jedoch nicht an die israelischen Sicherheitsbehörden weiterleitete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im September 2023 teilte Mohamed bin Zayed, der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Netanjahu laut der israelischen Zeitung Haaretz mit, dass die Hamas-Führung eine großangelegte militärische Operation plane.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Bin Zayed drängte Netanjahu, die Lage ernst zu nehmen. Zu seiner Überraschung reagierte der Premierminister jedoch relativ gelassen“, heißt es in dem Bericht. „Netanjahu erklärte, seiner Einschätzung nach beabsichtige die Hamas, im Westjordanland zu agieren, und versicherte bin Zayed, Israel sei auf jedes Szenario vorbereitet.“ Dem Bericht zufolge, der auf einem Buch der Haaretz-Journalisten Shlomi Eldar und Ruth Yuval basiert, war der Angriff teilweise auf die wachsende Frustration innerhalb der militanten palästinensischen Gruppe zurückzuführen. Diese Frustration speiste sich aus der Verschleppung von Verhandlungen durch Israel, die zu einer Lockerung der Gaza-Blockade und der Freilassung einer Reihe palästinensischer Gefangener hätten führen sollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurz vor den Angriffen soll Yahya Sinwar, der damalige Hamas-Führer im Gazastreifen, einem Fatah-Vertreter gesagt haben, er bereite „eine riesige Überraschung“ für Israel vor, falls dort keine Fortschritte bei den Verhandlungen erzielt würden. Man solle sich auf ein „Zilzal“ – ein Erdbeben – gefasst machen; ein Begriff, den Vertraute Sinwars als Ankündigung eines Krieges deuteten. Diese Drohung gelangte schließlich auch zum israelischen Premierminister.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut der Haaretz-Recherche war sich der israelische Sicherheitsapparat der wachsenden Bedrohung durch die Hamas zwar bewusst, schätzte deren Ausmaß jedoch als geringer ein. Dem Bericht zufolge informierte Netanjahu die Sicherheitschefs nicht darüber, dass er zusätzliche, deutlichere Warnungen von bin Zayed erhalten hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Netanjahu bezeichnete den Haaretz-Bericht als „absolute Lüge“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Büro des Premierministers teilte der Zeitung mit, er habe „im fraglichen Zeitraum nicht mit dem Präsidenten der VAE gesprochen und keine Warnung von ihm erhalten“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Netanjahu reiste im vergangenen Monat nach Abu Dhabi; übereinstimmenden Medienberichten zufolge bat er bin Zayed dabei, Berichte über ihr Telefonat aus dem Jahr 2023 zu dementieren. Die Vertreter der VAE haben sich bislang nicht zu dem Gespräch zwischen den beiden Staatsführern geäußert. Netanjahus Reise in die VAE war zunächst geheim gehalten worden, wurde jedoch später sowohl von der israelischen Regierung als auch von der offiziellen Nachrichtenagentur der Emirate bestätigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Haaretz berichtete zudem, dass die israelische Regierung unmittelbar nach dem 7. Oktober diplomatische Vorstöße der Hamas abgelehnt habe. Die palästinensische Gruppe hatte angeboten, alle Geiseln unter 18 oder über 50 Jahren freizulassen – und zwar „ohne Gegenleistung“, abgesehen von der Garantie, umgehend Verhandlungen über weitere Themen aufzunehmen. Die inoffizielle Reaktion der israelischen Seite lautete – einem palästinensischen Vermittler zufolge –, dass Netanyahu über nichts verhandeln wolle; er strebe lediglich Krieg und die Vernichtung der Hamas an, woraufhin die Geiseln „mit Gewalt“ befreit würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem berichtete die Zeitschrift The Atlantic Ende September, dass neben der Warnung aus den VAE – deren Redaktion nach eigenen Angaben unabhängig bestätigt hatte, dass ein Telefonat zwischen den beiden Staats- und Regierungschefs tatsächlich stattgefunden hatte – auch ein ägyptischer Sicherheitsvertreter die israelische Regierung gewarnt habe: Man riskiere einen Angriff der Hamas, sollte man nicht einlenken und dem Gazastreifen wirtschaftliche Zugeständnisse machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl aus der Berichterstattung nicht eindeutig hervorgeht, ob sich Abbas Kamel, der Leiter des ägyptischen Geheimdienstes, mit Netanjahu getroffen hat, erklärte ein ehemaliger israelischer Regierungsvertreter gegenüber The Atlantic, es sei „undenkbar“, dass Kamel nach Israel reisen würde, um eine solche Botschaft zu übermitteln, „ohne dass Bibi davon wüsste“. Laut dem Wall Street Journal wiederholte Kamel seine Warnung an Israel kurz darauf – nur wenige Tage vor dem 7. Oktober. Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten hat diese Berichte dementiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Vorfeld der für den 27. Oktober angesetzten Wahlen haben Netanjahus politische Gegner ihn für die Sicherheitsversäumnisse von vor drei Jahren kritisiert. Gadi Eisenkot, ein israelischer General, der als aussichtsreichster Herausforderer Netanjahus gilt, äußerte sich auf X zu dem Bericht der Zeitung Haaretz wie folgt: „Immer mehr Anzeichen deuten auf denselben Schluss hin: Netanjahu hat Israel blindlings in die Katastrophe vom 7. Oktober geführt.“ Eisenkot hat die Einsetzung einer Untersuchungskommission gefordert, um die Sicherheitsmängel aufzuklären – ein Vorhaben, das Netanjahu ablehnt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die ehemaligen Ministerpräsidenten Naftali Bennett und Yair Lapid, die ihre Parteien für die anstehenden Wahlen zusammengelegt haben, übten scharfe Kritik an Netanjahu. Bennett erklärte: „Netanjahu trägt die persönliche und unmittelbare Verantwortung für das Versagen, das unter seiner Amtszeit zum Tod Tausender Israelis führte.“ Lapid fügte hinzu, hätte der Ministerpräsident seine Arbeit getan, „wäre das Massaker verhindert worden“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der amtierende Ministerpräsident wies die Schuld an den Angriffen von sich und machte die Sicherheitschefs für die verzögerte Reaktion verantwortlich; diese hätten es versäumt, ihn zu wecken. Hätten sie dies getan, so Netanjahu, wäre „alles anders verlaufen“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Das ist die Geschichte des 7. Oktober“, sagte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Quelle</strong>: <a href="https://www.antikrieg.com">https://www.antikrieg.com</a></p>
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		<title>Drei Jahre nach dem „Massaker“: Netanjahus Kalkül ist voll aufgegangen</title>
		<link>https://nahostpolitik.com/ohne-kategorie/drei-jahre-nach-dem-massaker-netanjahus-kalkuel-ist-voll-aufgegangen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Friedrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Oct 2026 14:14:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nahostpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[Kommentar von Andreas Friedrich, 07.10.2026 Wenn irgendwer vom „Massaker“ des 07.10.2023 profitiert, ist es der jüdische Staat, denn die Pläne zur Besetzung des Gaza lagen schon vorher in der Schublade und Benjamin Netanjahu hat, das muss man so deutlich sagen, nur auf einen Vorwand gewartet um losschlagen zu können. Weshalb hätte er &#8211; Netanjahu &#8211; [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Kommentar von <strong>Andreas Friedrich</strong>, 07.10.2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn irgendwer vom „Massaker“ des 07.10.2023 profitiert, ist es der jüdische Staat, denn die Pläne zur Besetzung des Gaza lagen schon vorher in der Schublade und Benjamin Netanjahu hat, das muss man so deutlich sagen, nur auf einen Vorwand gewartet um losschlagen zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weshalb hätte er &#8211; Netanjahu &#8211; sonst die Hinweise und Warnungen, die ihn insbesondere aus Ägypten, der Fatah und dem Shin Beth erreichten, ignoriert?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Aufarbeitung aus Sicht des jüdischen Staates gibt es nicht, man muss von Verweigerungshaltung zum Schutz Netanjahus sprechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genauso wenig gibt es eine sog. Untersuchungskommission, und wer verhindert diese? Netanjahu. Wohlwissend, dass er nicht ganz unbeschadet aus den Ergebnissen hervorgeht.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unterdessen ist die Situation sowohl im fast völlig zerstörten Gaza, hier verhindert das Regime des jüdischen Staates den Wiederaufbau, wie auch in den mit völkerrechtswidrigen jüdischen Siedlungsblöcken und jüdischen Siedlungen durchzogenen Westbank, ein eigenständiger palästinensischer Staat wird vom Regime des jüdischen Staates mit allen Mitteln verhindert und der Rest der Welt sieht tatenlos zu, für die dort lebende Bevölkerung kaum mehr zu ertragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ob das noch nicht genug wäre, treiben es die deutschen Medien, Bundesregierung wie Parteien aller Couleur und die israelische Lobby auf die Spitze und stoßen eine Antisemitismusdiskussion an, die es in dieser Form noch nicht gegeben hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So liegen beispielsweise in Hessen Pläne auf dem Tisch, nach denen zukünftig die Bezeichnung „rechtsradikal“ für die israelische Regierung ebenso unter Strafe steht wie die Aussage „Free Palestine“, also Gutheißen der Besatzung auf Staatsanordnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch ist es nicht die Regierung des jüdischen Staates, die mit Hilfe der rechtsradikalen Siedler die in den Westbank lebende palästinensische Bevölkerung systematisch vertreibt, deren Häuser und Ländereien abfackelt, zerstört und Menschen umbringen lässt um einen Staat Palästina im Keim zu ersticken?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und genau an diesem Punkt wird insbesondere in Deutschland unterschieden, ob Juden Anschläge verüben oder eben Hamas. Letzteres wird verurteilt, erstes wie von Minister Johann Wadephul als „Wahlkampf“ abgetan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mord und Zerstörung aus Wahlkampfzwecken, sowas kann sich auch nur ein deutscher Minister einfallen lassen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Netanjahu- Regime und insbesondere die rechtsradikalen Minister Itamar Ben-Gvir (er möchte, dass jede Nacht mindestens 40 Palästinenser im Gaza getötet werden) und Bezalel Smotrich (unter seinem Schutz stehen die radikalen jüdischen Siedlerterroristen) jedenfalls scheinen ihren Zielen immer näher zu kommen.</p>
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		<title>Israelischer Politiker mit guten Aussichten auf einen Knesset-Sitz hält es für „moralisch“, Babys im Gazastreifen zu töten</title>
		<link>https://nahostpolitik.com/ohne-kategorie/israelischer-politiker-mit-guten-aussichten-auf-einen-knesset-sitz-haelt-es-fuer-moralisch-babys-im-gazastreifen-zu-toeten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Friedrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Oct 2026 14:13:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nahostpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[Moshe Feiglin, Vorsitzender der Partei Zehut, ist für die bevorstehenden Wahlen ein Bündnis mit der Partei „Religiöser Zionismus“ von Bezalel Smotrich eingegangen. Dave DeCamp, 07.10.2026 Der israelische Politiker Moshe Feiglin, Vorsitzender der Partei Zehut, der bei den kommenden Wahlen gute Chancen auf einen Sitz in der Knesset hat, erklärte in einem neuen Interview, es sei [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Moshe Feiglin, Vorsitzender der Partei Zehut, ist für die bevorstehenden Wahlen ein Bündnis mit der Partei „Religiöser Zionismus“ von Bezalel Smotrich eingegangen</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dave DeCamp</strong>, 07.10.2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der israelische Politiker Moshe Feiglin, Vorsitzender der Partei Zehut, der bei den kommenden Wahlen gute Chancen auf einen Sitz in der Knesset hat, erklärte in einem neuen Interview, es sei „moralisch“, Babys im Gazastreifen zu töten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Feiglin hatte bereits im vergangenen Jahr für Schlagzeilen gesorgt, als er jedes Kind und jedes Baby im Gazastreifen als „Feind“ bezeichnete – eine Ansicht, die er in einem englischsprachigen Interview, das am Montag von der *Jerusalem Post* veröffentlicht wurde, erneut bekräftigte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Interview sagte Feiglin, er persönlich wolle zwar nicht sehen, wie Babys getötet werden – auch wenn er dies für „moralisch“ richtig halte –, sondern würde es vorziehen, wenn stattdessen alle Palästinenser aus dem Gazastreifen vertrieben würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Ich sage es immer wieder: Weil ich Jude bin und – ich schätze – moralisch gesehen ein wenig schwach, möchte ich nicht sehen, wie Babys getötet werden, okay? Moralisch gesehen hätte das geschehen sollen, aus all den Gründen, die ich dargelegt habe. Aber weil … ich ein Jude mit einem weichen Herzen bin, würde ich die Grenzen öffnen und sie alle gehen lassen; aber niemand darf bleiben. Und es muss Teil des jüdischen Landes, des jüdischen Staates sein“, sagte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An anderer Stelle des Interviews bezeichnete Feiglin es als einen „zu 100 %“ jüdischen Standpunkt, den Gazastreifen „auszulöschen“, alle Palästinenser zu vertreiben sowie den Gazastreifen und das Westjordanland zu annektieren. Er stufte den gesamten Gazastreifen – und nicht nur die Hamas – als „Feind“ ein. „Das Baby, das geboren werden wird – ich sage jetzt etwas sehr Hartes, verzeihen Sie mir diese Worte –, das Baby, das morgen in Gaza zur Welt kommt, das arabische Baby &#8230; Beachten Sie, dass ich nicht von der Hamas spreche, nicht von Palästinensern &#8230; der Feind ist Gaza, nicht die Hamas. Das Baby, das morgen in Gaza geboren wird, wird – Gott bewahre – würde genau dasselbe mit Ihrem Baby tun, das in Jerusalem zur Welt kommen würde“, sagte er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Feiglin gehörte von 2013 bis 2015 als Abgeordneter der Likud-Partei von Premierminister Benjamin Netanjahu der Knesset an und gründete 2015 die Partei Zehut. Zehut tritt nun auf einer gemeinsamen Wahlliste mit der Partei „Religiöser Zionismus“ an, die von Finanzminister Bezalel Smotrich geführt wird – einem weiteren entschiedenen Befürworter der ethnischen Säuberung Gazas. Feiglin belegt den zweiten Platz auf dieser gemeinsamen Liste, und aktuellen Umfragen zufolge wird das Bündnis die für den Einzug in die Knesset erforderliche Hürde überspringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Quelle</strong>: <a href="https://www.antikrieg.com">https://www.antikrieg.com</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Wie „NIE WIEDER!“ im Gazastreifen seine Bedeutung verlor</title>
		<link>https://nahostpolitik.com/ohne-kategorie/wie-nie-wieder-im-gazastreifen-seine-bedeutung-verlor/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Friedrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Oct 2026 14:12:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nahostpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[M. Reza Behnam, 05.10.2026 Blickt man auf die verwüstete Landschaft des Gazastreifens, wo die überlebenden Generationen nun die bleibenden körperlichen und seelischen Narben des Krieges tragen, so fällt ein vernichtendes Urteil über unser Zeitalter: Die Welt sah dem sich entfaltenden Grauen in Echtzeit zu, verfügte über alle rechtlichen, politischen und institutionellen Mechanismen, um es zu [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>M. Reza Behnam</strong>, 05.10.2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Blickt man auf die verwüstete Landschaft des Gazastreifens, wo die überlebenden Generationen nun die bleibenden körperlichen und seelischen Narben des Krieges tragen, so fällt ein vernichtendes Urteil über unser Zeitalter: Die Welt sah dem sich entfaltenden Grauen in Echtzeit zu, verfügte über alle rechtlichen, politischen und institutionellen Mechanismen, um es zu stoppen – und tat nichts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über Monate und schließlich Jahre hinweg stellte die Katastrophe im Gazastreifen das Gefüge des Völkerrechts, die Integrität der globalen Ordnung und das moralische Gewissen der Menschheit auf die Probe. Von den Gremien der Vereinten Nationen bis zu den höchsten Gerichten in Den Haag war das, was folgte, kein Mangel an Informationen, sondern eine beschämende Kapitulation des politischen und moralischen Willens.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selten liefert die Geschichte ein derart rasches und vernichtendes Urteil im Rückblick. Drei Jahre nach dem 7. Oktober 2023 besteht das eigentliche Grauen im Gazastreifen darin, dass diese Barbarei nie verborgen blieb; sie wurde in HD-Qualität live an ein weltweites Publikum übertragen, das zusah, debattierte, sich in Verfahren verlor und zuließ, dass das Geschehen weiterging.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Israels Krieg gegen die Palästinenser dauert unvermindert an. Obwohl sie über den Einfluss verfügten, die Krise zu stoppen, haben die großen internationalen Mächte nicht eingegriffen und es dem Regime sowie den Siedlern ermöglicht, ihre Gewalt sowohl im Gazastreifen als auch im besetzten Westjordanland zu eskalieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während die Zeit den „Nebel des Krieges“ lichtet, wird das systemische Versagen globaler Institutionen und Regierungen unmissverständlich deutlich. Die Welt hat es versäumt, den Völkermord im Gazastreifen zu stoppen – nicht aus Mangel an Wissen oder Warnungen. Sie versagte, weil die „regelbasierte“ internationale Ordnung (auch bekannt als westliche Ordnung) strukturell und moralisch bankrott ist, gelähmt durch Mitschuld, Feigheit und Doppelmoral.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Krieg hat das humanitäre Völkerrecht als selektives Instrument des Westens entlarvt: Es wird bei einigen rasch angewandt, aber ausgesetzt, sobald es den Mächtigen ungelegen kommt. Regierungen, die sich traditionell als Verfechter der Menschenrechte inszenierten, haben strategische Bündnisse über universelle rechtliche und humanitäre Verpflichtungen gestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während der ersten Monate der Offensive, als die Zahl der Todesopfer in die Zehntausende stieg und ganze Wohnviertel samt ihrer Bewohner dem Erdboden gleichgemacht wurden, taten Diplomaten weltweit das, was sie am besten können: bürokratische Verzögerungen nutzen, um Zeit zu schinden. Während Krankenhäuser belagert wurden und Kinder auf blutgetränkten Böden Amputationen ohne Betäubung über sich ergehen lassen mussten, verkam der UN-Sicherheitsrat zu einer Bühne der Handlungsunfähigkeit. Das wichtigste Gremium der Welt für kollektive Sicherheit ließ den globalen Konsens wirkungslos verpuffen und knickte vor den Drohungen der Supermächte ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wiederholte Resolutionen, die einen sofortigen Waffenstillstand forderten, wurden entweder durch ein Veto blockiert oder zu zahnloser Rhetorik verwässert. Währenddessen debattierten internationale Gerichte akribisch über die juristischen Feinheiten des Völkermord-Begriffs, während sich die Gräber mehrten und die Gräueltaten ungehindert weitergingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute, da sich der Internationale Gerichtshof ohne Eile mit dem endgültigen Urteil im Völkermordverfahren befasst, das Südafrika 2023 gegen Israel angestrengt hat, werden greifbare Zeugnisse Palästinas ausgelöscht; jahrhundertealte Geschichte, Kultur und familiäre Wurzeln werden vernichtet. Für Palästina bedeutet eine verzögerte Gerechtigkeit nicht nur verweigerte Gerechtigkeit – sie bedeutet vollendeten Völkermord.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Drei Jahre der Straflosigkeit und des ungeahndeten Völkermords offenbaren, dass der Wert eines Menschenlebens nach einem variablen Maßstab bemessen wird; dass er von ethnischer Zugehörigkeit, geografischer Lage und politischem Nutzen abhängt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rückblick wirken diese verfahrensbedingten und administrativen Verzögerungen weniger wie eine strukturelle Blockade als vielmehr wie eine aktive Vertuschung. Jeder Monat, der mit Debatten über die Semantik humanitärer Korridore oder die Einhaltung des Völkerrechts verbracht wurde, kam einem Freibrief für Israels militärische Offensive gleich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die schärfste Kritik der vergangenen drei Jahre trifft die westlichen Mächte. Regierungen, die nicht müde werden, der Welt Lektionen über Menschenrechte, eine regelbasierte Ordnung und internationale Rechtsnormen zu erteilen, vollführten moralische Verrenkungen, um das Unvertretbare zu rechtfertigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir erlebten, wie Staats- und Regierungschefs Israel ihre bedingungslose Loyalität zusicherten und einen stetigen Strom an Munition lieferten, der Universitäten, Schulen, Krankenhäuser, Märkte, Buchhandlungen, Bäckereien, Gotteshäuser und Wohnhäuser in Schutt und Asche legte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während sie sich öffentlich entsetzt zeigten, billigten dieselben Führungskräfte im Privaten die Waffenlieferungen. Und in einem grausamen Schauspiel humanitärer Absolution genehmigten sie das Abwerfen dürftiger Mehlsäcke aus der Luft – ausgerechnet über jenen Gebieten im Gazastreifen, die sie selbst in Trümmerlandschaften verwandelt hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Versagen beschränkte sich nicht auf die Zentren der Macht; auch die gesamte Mainstream-Medienlandschaft versagte auf ganzer Linie. Monatelang kämpften Reporter vor Ort im Gazastreifen – jene, die nicht zu den Hunderten gehörten, die gezielt ins Visier genommen und getötet wurden – darum, eine Mauer aus strenger Zensur und Entmenschlichung zu durchbrechen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Westen verstrickten sich die großen Medien in Verrenkungen, um die Sprache zu beschönigen und so Israels direkte Verantwortung für die anhaltende Gewalt zu verschleiern. Sie spielten die Zahl der palästinensischen Todesopfer herunter, indem sie Formulierungen im Passiv – wie etwa „kamen ums Leben“ – verwendeten und Massenopfer als bloßen Kollateralschaden darstellten; gleichzeitig gaben sie jenen Stimmen Raum, die die Legitimität des Krieges verteidigten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reaktion der Öffentlichkeit offenbahrte jedoch eine tiefere Kluft. Millionen Menschen gingen weltweit auf die Straße und initiierten eine der größten und anhaltendsten Antikriegsbewegungen seit einer Generation. Dennoch blieb die Kluft zwischen Regierenden und Regierten unüberbrückbar. Die westlichen Demokratien erwiesen sich als völlig unempfänglich für die moralischen Forderungen ihrer eigenen Bürger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Schweigen der letzten drei Jahre war ohrenbetäubend. Es gab weder Zweifel an dem Völkermord noch einen Mangel an internationalen Rechtsnormen, um ihn zu beenden. Das Versagen liegt vielmehr bei den westlichen institutionellen Entscheidungsträgern, denen der Mut zum Handeln fehlte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einen Völkermord ungestraft zu lassen, schafft einen gefährlichen Präzedenzfall für die globale Sicherheit. Wenn Völkerrecht und Gerechtigkeit unter den Trümmern von Gaza begraben werden, schaufelt sich die Weltgemeinschaft letztlich ihr eigenes Grab. </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Quelle</strong>: <a href="https://www.antikrieg.com">https://www.antikrieg.com</a></p>
<div style='text-align:center' class='yasr-auto-insert-visitor'></div>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Neue Website des israelischen Militärs stellt getötete Journalisten aus Gaza als Terroristen dar</title>
		<link>https://nahostpolitik.com/ohne-kategorie/neue-website-des-israelischen-militaers-stellt-getoetete-journalisten-aus-gaza-als-terroristen-dar/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Friedrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Oct 2026 14:10:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nahostpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit 2023 wurde eine enorme Anzahl von Journalisten getötet Jason Ditz, 04.10.2026 Seit Oktober 2023 hat das Militär keines anderen Landes auch nur annähernd so viele Journalisten getötet wie Israel – eine Tatsache, die dem Land oft erhebliche Kritik einbringt. Das israelische Militär versucht nun, diese Bedenken durch eine neue offizielle Darstellung zu zerstreuen, in [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Seit 2023 wurde eine enorme Anzahl von Journalisten getötet</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jason Ditz</strong>, 04.10.2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit Oktober 2023 hat das Militär keines anderen Landes auch nur annähernd so viele Journalisten getötet wie Israel – eine Tatsache, die dem Land oft erhebliche Kritik einbringt. Das israelische Militär versucht nun, diese Bedenken durch eine neue offizielle Darstellung zu zerstreuen, in der fast alle von ihm getöteten Journalisten als verdeckte Terroristen hingestellt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu dieser Darstellung gehört eine neue, vom Militär veröffentlichte Webseite. Darin wird behauptet, dass etwa 170 der getöteten Journalisten nicht nur Mitglieder terroristischer Organisationen, sondern sogar deren militanter Flügel gewesen seien. Laut der Webseite stammen diese Informationen aus aufgefundenen Dokumenten und „Verhören“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Innerhalb Israels lässt sich eine solche Umdeutung schnell und einfach durchsetzen; die israelischen Medien berichten unisono von „angeblichen Journalisten“, bei denen es sich in Wahrheit um Terroristen gehandelt habe. Natürlich war es nie sonderlich schwer, die israelischen Medien davon zu überzeugen, dass es legitim sei, einen Palästinenser zu töten, der eine Weste mit der Aufschrift „Presse“ trug. Die gezielten Angriffe auf Journalisten beruhen jedoch nicht bloß auf haltlosen Anschuldigungen, die sich mit einer schnell erstellten Webseite abtun lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Medienbeobachtungsgruppen verfolgen dieses Problem schon seit Jahren. Organisationen wie das Committee to Protect Journalists (CPJ) haben regelmäßig die vorliegenden Beweise überprüft und dabei bisweilen einige Personen von ihrer Liste gestrichen, weil diese im aktiven Kampfgebiet offenbar an Kampfhandlungen beteiligt waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Überarbeitungen des CPJ sank die Zahl der tatsächlich getöteten Journalisten beispielsweise von 209 auf 191. Der Bericht des israelischen Militärs hingegen strich auf einen Schlag 170 Personen von der Liste und kündigte an, künftig Beweise zu veröffentlichen, die die Tötung weiterer Journalisten rechtfertigen sollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst dann erscheinen die Anschuldigungen gegen die 170 Journalisten in vielen Fällen höchst zweifelhaft. Die Webseite beginnt mit einer kleinen Auswahl von Bildpaaren, die die Journalisten zunächst in angemessener Kleidung und anschließend in einer Aufmachung zeigen, die an Kampfuniformen erinnert. Nach einigen Dutzend dieser Fälle zeigt die Website jedoch nur noch Bilder der Journalisten samt deren Namen sowie einen Link zu einer Seite, auf der behauptet wird, die Einstufung beruhe auf „mehreren nachrichtendienstlichen Quellen“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weder das israelische Militär noch sonst jemand unternimmt den Versuch, ihre Darstellung mit der von internationalen Pressebeobachtern in Einklang zu bringen; vielmehr bleibt es dem Leser überlassen, daraus zu schließen, dass das CPJ – mangels Anwendung verschärfter Verhörmethoden bei Gefangenen – wohl deshalb davon abgesehen hat, die gesamte Medienlandschaft des Gazastreifens zu diskreditieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es bleibt abzuwarten, wie wirksam sich diese Website letztlich erweisen wird, um Außenstehende davon zu überzeugen, dass das israelische Militär nicht unverhältnismäßig viele Journalisten tötet; wer jedoch nach einer einfachen Rechtfertigung sucht, dürfte sich leichter beschwichtigen lassen als jene, für die die steigende Zahl der Todesopfer im Gazastreifen bereits Bände über die Absichten des Militärs spricht.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Quelle</strong>: <a href="https://www.antikrieg.com">https://www.antikrieg.com</a></p>
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		<title>Während das Thema Gaza die UN dominiert, sind dies die Menschen, die das Leben dort aufrechterhalten</title>
		<link>https://nahostpolitik.com/ohne-kategorie/waehrend-das-thema-gaza-die-un-dominiert-sind-dies-die-menschen-die-das-leben-dort-aufrechterhalten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Friedrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 04 Oct 2026 08:37:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nahostpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[Ramzy Baroud, 03.10.2026 Als ich zum ersten Mal Aufnahmen des Arztes Munir al-Bursh aus Gaza und seiner Familie sah – wie sie neben dem in ein weißes Tuch gehüllten Leichnam seines Sohnes knieten, umgeben von Trauernden –, hielt ich das Video für eine alte Aufnahme. Das war es jedoch nicht. Meine Schlussfolgerung war dennoch verständlich. [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ramzy Baroud</strong>, 03.10.2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich zum ersten Mal Aufnahmen des Arztes Munir al-Bursh aus Gaza und seiner Familie sah – wie sie neben dem in ein weißes Tuch gehüllten Leichnam seines Sohnes knieten, umgeben von Trauernden –, hielt ich das Video für eine alte Aufnahme. Das war es jedoch nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Schlussfolgerung war dennoch verständlich. Im Dezember 2023, nur wenige Monate nach Beginn des israelischen Völkermords in Gaza, war die Familie al-Bursh Ziel eines israelischen Angriffs geworden. Dr. Munir, Generaldirektor des Gesundheitsministeriums von Gaza, wurde verwundet. Ebenso andere Familienmitglieder. Seine Tochter Jinan, erst 13 Jahre alt, kam ums Leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch am selben Tag nahm der beliebte Arzt aus Gaza seine Arbeit wieder auf und schloss sich den vielen Ärzten im gesamten Gazastreifen an, die versuchten, Leben zu retten, während die israelische Tötungsmaschine tausende Menschenleben forderte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch bei den jüngsten Aufnahmen handelte es sich nicht um altes Material, das wieder aufgetaucht war. Es war ein neuer Sarg, eine neue Beerdigung, ein weiteres Kind, das von derselben Familie zu Grabe getragen wurde. Diesmal ereignete sich der Angriff während einer Phase, die manche Medien weiterhin als „Waffenruhe in Gaza“ bezeichnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 19. September tötete ein israelischer Drohnenangriff al-Burshs ältesten Sohn Basir vor einem Zelt westlich des Flüchtlingslagers Dschabaliya.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Wir waren zusammen, Seite an Seite“, erinnerte sich der trauernde Vater. Basir hatte ihn gewarnt: „Die Israelis haben uns beide im Visier.“ Augenblicke später trat sein Sohn aus dem Zelt und wurde getötet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man kann es niemandem verübeln, wenn er die Gegenwart in Gaza mit der jüngsten Vergangenheit verwechselt. Die Szenen, die uns heute erreichen, sind kaum von jenen zu unterscheiden, die dem sogenannten Waffenstillstand vom Oktober 2025 vorausgingen. Der Ablauf wiederholt sich auf erschreckend vertraute Weise: israelische Luftangriffe, Artilleriebeschuss und Scharfschützenfeuer; getötete Palästinenser; Hinterbliebene, die ihre Toten durch die zerstörten Straßen Gazas tragen und inmitten der Ruinen nach einem Ort suchen, um sie zu beerdigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Al-Burshs Geschichte ist Teil dieser schrecklichen Kontinuität, doch ihre Bedeutung reicht weit über seinen persönlichen Verlust hinaus. Während des gesamten Völkermords wurden er und andere palästinensische Ärzte zu den De-facto-Sprechern des Gazastreifens. Sie zählten die Toten und Verwundeten, dokumentierten Hunger und Zerstörung und hielten den Zusammenbruch des medizinischen Systems aus dem Inneren der Krankenhäuser heraus fest. Dabei avancierten sie zur höchsten moralischen Instanz des Gazastreifens – glaubwürdiger als Politiker oder selbsternannte Anführer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und die Welt hörte zu. Die Ärzte aus Gaza knüpften eine Verbindung zur weltweiten Zivilgesellschaft, wie sie keine politische Institution hätte herstellen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht erklärt dies den erschütternden Preis, den die medizinische Gemeinschaft des Gazastreifens zahlen musste. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation wurden seit 2023 mehr als 1.700 im Gesundheitswesen tätige Personen getötet; zudem gab es mindestens 920 Angriffe auf Einrichtungen und Personal des Gesundheitswesens.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dr. Hussam Abu Safiya wurde – ebenso wie Dr. al-Bursh – zu einem Symbol dieses medizinischen Widerstands. Der Leiter des Kamal-Adwan-Krankenhauses blieb trotz Belagerung und wiederholter israelischer Angriffe auf seinem Posten, bis er im Dezember 2024 von israelischen Streitkräften festgenommen wurde. Er befindet sich weiterhin ohne Anklage oder Prozess in Haft; sein Anwalt berichtet von Misshandlungen und einer Verschlechterung seines Gesundheitszustands.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dr. al-Bursh wiederum bleibt standhaft, trotz wiederholter Schicksalsschläge, die viele andere gebrochen hätten. Auch seine Frau verkörpert *Sumud* – jene palästinensische Tradition der Standhaftigkeit, die im häuslichen Umfeld gepflegt und von einer Generation an die nächste weitergegeben wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst unmittelbar nach der Tötung seines Sohnes warnte al-Bursh weiterhin vor dem Zusammenbruch des Gesundheitssystems im Gazastreifen. Tatsächlich waren Krankenhäuser gezwungen, geplante Operationen und ambulante Behandlungen einzustellen, während weiterhin ein gravierender Mangel an Treibstoff, Medikamenten und medizinischer Ausrüstung herrscht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die geringen Mengen an Treibstoff, die die Enklave erreichen, halten die Gesundheitseinrichtungen gerade so am Leben“, warnte al-Bursh einen Tag nach der Ermordung seines Sohnes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine Äußerung fiel in eine Zeit, in der führende Politiker aus aller Welt Tausende Kilometer entfernt in New York zur 81. Sitzung der UN-Generalversammlung zusammenkamen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wieder einmal hallte das Thema Palästina durch Rede um Rede, wenngleich die Sprache diesmal eine neue Dringlichkeit aufwies.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez verurteilte „den Völkermord, den Netanjahu weiterhin im Gazastreifen verübt“. UN-Generalsekretär António Guterres beschrieb die Massenvernichtung durch Israel als ein Geschehen von „einem Ausmaß an Töten und Zerstörung, wie ich es während meiner Amtszeit noch nie erlebt habe“. Selbst der französische Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die Lage im Gazastreifen als „ein Drama, das uns alle beschämt“, und fragte: „Was ist unsere Glaubwürdigkeit wert, wenn wir angesichts des Gazastreifens untätig bleiben?“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann trat der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dutzende Delegierte verließen den Saal, als er sich dem Rednerpult näherte, und hinterließen reihenweise leere Plätze, während vor dem UN-Gebäude die Proteste weitergingen. Netanjahu reagierte darauf, indem er diejenigen, die den Saal verlassen hatten, als „moralische Feiglinge“ bezeichnete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man könnte an dieser Stelle innehalten und von einer Wende sprechen – von Strömungen, die sich ändern, und einer Welt, die sich langsam aus dem jahrzehntelangen Griff Israels und seines amerikanischen Schutzherrn löst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch Gaza hat nicht den Luxus von Zeit. Während die Worte durch die Hallen der Vereinten Nationen hallen, werden weiterhin Kinder vor den Augen ihrer Familien getötet. Massenbeerdigungen gehören nach wie vor zum Alltag in Gaza. Etwa 1,7 Millionen Menschen sind weiterhin auf der Flucht; viele leben in unzureichenden Unterkünften, ohne ausreichend sauberes Wasser oder sanitäre Einrichtungen. Die Krankenhäuser sind weitgehend funktionsunfähig. Und über dieser Trümmerlandschaft kreisen weiterhin die Drohnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen heute und der nächsten UN-Generalversammlung liegt ein ganzes Jahr – 365 Tage, in denen diese Worte entweder an Bedeutung gewinnen oder zu einem weiteren Eintrag im langen Archiv der Reden über Palästina werden können. Es bleibt jedoch Zeit, Rhetorik in Politik umzusetzen: Sanktionen zu verhängen, Boykotte einzuleiten, wirksame Hilfe zu leisten und die Verantwortlichen für Kriegsverbrechen zur Rechenschaft zu ziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis dahin werden Dr. Munir al-Bursh und Tausende von Männern und Frauen in Gaza inmitten zerstörter Krankenhäuser, vernichteter Häuser und einer erschöpften Bevölkerung weiter ausharren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Widerstandskraft ist außergewöhnlich. Doch man kann von Gaza nicht erwarten, dass es einfach weiter durchhält, nur weil es bewiesen hat, dass es dazu fähig ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In New York wird am Rednerpult über Palästina gesprochen. In Gaza werden Palästinenser weiterhin zu Grabe getragen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es ist an der Zeit, die Kluft zwischen Worten und Taten ein für alle Mal zu überbrücken.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Quelle</strong>: <a href="https://www.antikrieg.com">https://www.antikrieg.com</a></p>
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		<title>Der Nutzen eines Massakers</title>
		<link>https://nahostpolitik.com/ohne-kategorie/der-nutzen-eines-massakers/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Friedrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Oct 2026 14:33:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nahostpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[Netanjahu musste den 7. Oktober nicht planen, um zu dem Mann zu werden, der am meisten davon profitierte. Die Gewinne lassen sich auf der Landkarte ablesen Thomas S. Karat, 01.10.2026 Am Sonntagmorgen flog Benjamin Netanjahu ohne Vorankündigung in einem Privatflugzeug von Israel nach Abu Dhabi. „Channel 12“ berichtete über den Vorgang, noch während er sich [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Netanjahu musste den 7. Oktober nicht planen, um zu dem Mann zu werden, der am meisten davon profitierte. Die Gewinne lassen sich auf der Landkarte ablesen</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Thomas S. Karat</strong>, 01.10.2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Sonntagmorgen flog Benjamin Netanjahu ohne Vorankündigung in einem Privatflugzeug von Israel nach Abu Dhabi. „Channel 12“ berichtete über den Vorgang, noch während er sich vor Ort aufhielt. Einen Tag später bestätigten beide Regierungen das Treffen mit Scheich Mohammed bin Zayed und bezeichneten es als Gespräch über die bilateralen Beziehungen. Die israelische Darstellung verriet jedoch den eigentlichen Zweck der Reise. Netanjahu war angereist, um den Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate zu bitten, öffentlich einen Bericht zu dementieren, wonach dieser Netanjahu wenige Tage vor dem 7. Oktober 2023 angerufen und vor einem bevorstehenden Großangriff der Hamas gewarnt habe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Premierminister, der eine Richtigstellung wünscht, würde einen Anwalt oder einen Sprecher entsenden. Dieser hier flog jedoch heimlich über den Golf – einen Monat vor einer Wahl –, um ein ausländisches Staatsoberhaupt zu bitten, zu erklären, eine solche Warnung habe es nie gegeben. Die Vorgehensweise verrät viel und deutet auf all das hin, was durch diese Mission geschützt werden soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was der 7. Oktober in Gang gesetzt hat, lässt sich vor Ort am deutlichsten erkennen. Berechnungen einer israelischen Zeitung zufolge hat Israel seit jenem Tag mehr Territorium seiner Nachbarn unter seine Kontrolle gebracht als in jedem vergleichbaren Zeitraum der letzten Jahrzehnte. Der Krieg beschränkte sich nicht auf den Gazastreifen. Er breitete sich an allen Fronten aus, an denen sich Grenzen verschieben ließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gazastreifen hält die Armee nach der Waffenruhe im Herbst mehr als die Hälfte des Gebiets besetzt; der Plan für das verbleibende Areal wurde in Washington ausgearbeitet. Ein auf Donald Trump zugeschnittenes Konzept sieht vor, die Enklave für mindestens ein Jahrzehnt unter amerikanische Treuhandverwaltung zu stellen und sie auf dem geräumten Gelände zu einem Küstenresort umzugestalten. Netanjahus Kabinett billigte die freiwillige Umsiedlung von Bewohnern des Gazastreifens in Drittstaaten, und sein Verteidigungsminister wies die Armee an, Vorbereitungen für eine Massenabwanderung zu treffen. Eine UN-Kommission bezeichnete die Kampagne im vergangenen September als Völkermord; sie kam zu dem Schluss, dass Israel einen Genozid begangen habe, dessen Ziel die dauerhafte Kontrolle über den Gazastreifen sowie eine jüdische Bevölkerungsmehrheit in den von Israel kontrollierten Gebieten sei. Israel weist diese Feststellung zurück. Der Internationale Strafgerichtshof hat wegen der Kriegsführung Haftbefehl gegen Netanjahu erlassen – ein Schritt, den dessen Büro als unbegründet zurückweist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die übrigen Fronten vervollständigen das Bild. Im Westjordanland setzte Finanzminister Bezalel Smotrich das Siedlungsprojekt E1 durch – rund 3.401 Wohneinheiten in jenem Korridor, der das Gebiet zerschneidet – und erklärte, dessen Genehmigung begrabe jede Aussicht auf einen palästinensischen Staat. Seine Kabinettskollegen weihten vergangene Woche zwei neue Siedlungen ein, und Smotrich forderte, die Armee solle im Westjordanland denselben Krieg führen wie im Gazastreifen. Im Libanon kontrolliert das Militär rund 234 Quadratmeilen im Süden des Landes. In Syrien überschritt es nach dem Sturz Assads die alte Trennungslinie zur UN-Pufferzone und bezog neun Stellungen, darunter auf dem Gipfel des Berges Hermon. Auch der in diesem Jahr gegen den Iran begonnene Krieg folgt derselben Logik. Der Atlantic Council – gewiss kein Feind Israels – beschreibt eine als Notfallreaktion auf die Ereignisse vom Oktober begonnene Maßnahme, die sich inzwischen zu einer dauerhaften Doktrin der Vorwärtsverteidigung verfestigt hat. Diese Absicht wurde zu keinem Zeitpunkt verheimlicht. Als ihm im vergangenen August im Live-Fernsehen eine Karte des „Gelobten Landes“ überreicht wurde, bekundete Netanjahu seine tiefe Verbundenheit mit der Idee eines „Großisraels“, das bis nach Jordanien, Ägypten, Syrien und in den Libanon hineinreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Krieg, der derartige Ergebnisse zeitigt, darf nicht enden – und das tut er auch nicht. Bei Ausbruch der Kämpfe herrschte in Israel die Erwartung, der Konflikt würde binnen weniger Monate beigelegt, die Koalition zerbrechen und Netanjahu für das schwerste Sicherheitsversagen in der Geschichte des Landes zur Rechenschaft gezogen werden. Eine Untersuchung der *New York Times* legte später dar, wie es genau andersherum kam. Er dehnte die Kampfhandlungen über das Maß hinaus aus, das seine eigenen Kommandeure für notwendig hielten, und fügte weitere Kriegsziele hinzu, gerade als die Waffenstillstandsverhandlungen konkrete Formen annahmen. Im April 2024 stand eine sechswöchige Waffenruhe, die die Freilassung von mehr als dreißig Geiseln ermöglicht hätte, kurz vor der Abstimmung im Kabinett; Smotrich brachte sie mit einem einzigen Satz zu Fall, indem er Netanjahu warnte: Sollte das Abkommen verabschiedet werden, hättest du keine Regierung mehr. Im März 2025 brach Israel einen bestehenden Waffenstillstand, was den zuvor ausgeschiedenen Itamar Ben-Gvir zurück in die Koalition brachte. Der Preis dafür waren die Geiseln – ein Preis, der in Raten gezahlt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel zum Krieg läuft das Gerichtsverfahren. Netanjahu ist der erste amtierende israelische Ministerpräsident, der sich vor Gericht verantworten muss. Zwei Jahre lang wurde seine Aussage immer wieder verschoben, aus Sicherheits- und politischen Gründen im Zusammenhang mit den jeweiligen Wahlkämpfen. Seine Regierung hat den Generalstaatsanwalt und den Chef des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet, die beide in Angelegenheiten verwickelt sind, die ihn betreffen, abgesetzt. Er verweigerte die Einsetzung einer staatlichen Untersuchungskommission zum 7. Oktober – der einzigen Institution, die befugt wäre, seine Mitarbeiter unter Eid auszusagen – und bot stattdessen ein von Politikern ausgewähltes Gremium an. Der andauernde Krieg verhindert weiterhin den Prozess und die Einberufung der Untersuchungskommission.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Herbeiführung der Katastrophe ist untrennbar mit ihrer späteren Instrumentalisierung verbunden. Dieselbe Recherche der *New York Times* führte den Ursprung der Ereignisse auf Netanjahus eigenes Handeln zurück. Jahrelang stützten seine Regierungen die Hamas als Gegengewicht zur Palästinensischen Autonomiebehörde; zudem spaltete seine Kampagne zur Beschneidung der Befugnisse der israelischen Justiz in den Monaten vor dem Angriff die Gesellschaft und schwächte die Armee. Seine Haltung zur Hamas legte er selbst offen dar. 2015 erklärte er vor der Knesset, die Hamas sei ein Aktivposten, Mahmud Abbas hingegen eine Belastung. 2019 sagte er Abgeordneten des Likud, wer einen palästinensischen Staat verhindern wolle, müsse die Stärkung der Hamas unterstützen; über Jahre hinweg ließen seine Kabinette zudem die Geldströme aus Katar zu, die die Zahlungsfähigkeit der Gruppe sicherten. Heute bestreitet er, dass all dies darauf abgezielt habe, die Hamas aufzubauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau diese Doktrin erklärt auch, warum die Warnungen wirkungslos blieben. Als Bin Zayed anrief und als der ägyptische Geheimdienstchef elf Tage vor dem Angriff für 67 Minuten anreiste, um vor einer drohenden Eskalation im Gazastreifen zu warnen, trafen sie auf einen Premierminister, dessen gesamte Strategie auf einer kontrollierbaren und nützlichen Hamas beruhte. Bei einer Sicherheitsbesprechung am 1. Oktober – sechs Tage vor dem Angriff – widersetzte sich Netanjahu Beamten, die Hamas-Kommandeure angreifen wollten; Berichten zufolge tat er dies, um das Normalisierungsabkommen mit Saudi-Arabien nicht zu gefährden, dessen Abschluss er unmittelbar bevorstehend glaubte. Die Warnung aus Abu Dhabi gelangte nach Angaben von fünf ehemaligen Beamten, die mit der *Times* sprachen, nie zu den Leitern der israelischen Geheimdienste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit kehrt die Geschichte zu jenem Flug zurück. Netanjahu hat die Berichte über die Warnungen als Erfindung bezeichnet und verklagt die Zeitung, die sie zuerst veröffentlichte. Er hat sich gegen eine Untersuchung gewehrt, in deren Rahmen seine Darstellung unter Eid hätte überprüft werden können. Als die Berichterstattung einen Staatschef erreichte, den er nicht verklagen konnte, suchte er diesen persönlich auf. Der Einwand, die Warnungen hätten kein Datum getragen, ist zwar zutreffend, entlastet ihn jedoch nicht: Ein ehemaliger israelischer Beamter urteilte über den Besuch aus Ägypten, der Überbringer selbst sei die Botschaft gewesen. Ein Dementi, das bei Nacht in die Hauptstadt eines anderen Landes übermittelt wird, kommt einem Eingeständnis gleich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Nachbarstaaten haben die diplomatische Fassade fallen gelassen. Auf der Generalversammlung am 22. September erklärte König Abdullah von Jordanien – dessen Königreich seit 1994 einen Friedensvertrag mit Israel unterhält –, Israel agiere mittlerweile mit erschreckender Straffreiheit. Er warf der Regierung vor, palästinensisches Leben auslöschen und eine neue territoriale Realität schaffen zu wollen; dabei nannte er den Gazastreifen, das Westjordanland und Syrien als Teil eines Unterfangens, das austestet, wie weit man gehen kann. Jeder Schritt gegen Jordaniens Wasserversorgung oder dessen Nordgrenze, so betonte er, würde als Bedrohung für das Königreich selbst aufgefasst werden. Er ist der Nachbar, dessen Grenze als Nächste auf der Landkarte ins Visier gerät.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 27. Oktober wählen die Israelis. Im Wahlkampf dreht sich alles um das erste Kapitel – die Warnungen und das Scheitern –, denn dies ist jener Teil der Bilanz, für den man an der Wahlurne noch abgestraft werden kann. Die nachfolgenden Kapitel haben sich bereits in die Landkarte eingeschrieben sowie in jenen Mechanismus, der den Krieg am Laufen hält und seinen Urheber im Amt belässt. Genau deshalb wiegt der Flug nach Abu Dhabi schwerer als seine bloße Ungewöhnlichkeit. Wer von seiner Bilanz überzeugt ist, überquert den Golf nicht im Schutz der Dunkelheit, um einen anderen zu bitten, das Geschehene ungeschehen zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Quelle</strong>: <a href="https://www.antikrieg.com">https://www.antikrieg.com</a></p>
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		<title>Gaza: Israels Tötungsmaschinerie läuft weiter</title>
		<link>https://nahostpolitik.com/ohne-kategorie/gaza-israels-toetungsmaschinerie-laeuft-weiter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Friedrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Oct 2026 14:31:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nahostpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[Kommentar von Andreas Friedrich, 01.10.2026 Im Gaza hat es lt. diverser online Portale erneut mehrere Tote Palästinenser durch israelische Luftangriffe, so z.B. in Gaza Stadt, gegeben. Seit dem gestrigen Mittwoch allein mindestens sieben. Wie immer in solchen Fällen, teilte die Armee des jüdische Staates mit, das die Angriff „Hamas Kämpfern“ gegolten haben. Bei zweien der [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Kommentar von <strong>Andreas Friedrich</strong>, 01.10.2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gaza hat es lt. diverser online Portale erneut mehrere Tote Palästinenser durch israelische Luftangriffe, so z.B. in Gaza Stadt, gegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem gestrigen Mittwoch allein mindestens sieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie immer in solchen Fällen, teilte die Armee des jüdische Staates mit, das die Angriff „Hamas Kämpfern“ gegolten haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei zweien der Opfer handelt es sich um eine Frau und ihren Ehemann, die in Ihrer Wohnung getötet wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weitere sechs getötete Palästinenser gab es bei israelischen Angriffen u.a. in dem Viertel Tel Al- Hawa (Gaza Stadt), nahe einer Moschee in Chan Yunis sowie in der Gemeinde Karara.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter den dortigen sechs Opfern war auch ein Journalist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Laut diverser Presseberichte äußert sich die Armee des jüdischen Staates zu diesen Vorfällen nicht.&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Israel untergräbt das angestrebte Friedensabkommen und die Waffenruhe ständig mit der vorgeschobenen Begründung, dass die Hamas sich wieder bewaffnet und Angriffe verübt. Nur, da es keine derartigen Angriffe gab oder gibt, ist die Begründung des jüdischen Staates vorgeschoben und spiegelt die Berichterstattung in vielen deutschen Medien offenbar der gewünschten Sichtweise Israels wieder statt objektiv zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bislang wurden seit Beginn der sog. „Waffenruhe“ im Gaza mehr als 1.400 Palästinenser getötet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die bisherige Zahl der gesamt im Gaza getöteten Palästinenser beläuft sich auf über 75.000.</p>
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		<title>Neigt sich Israels Vorherrschaft dem Ende zu? Macklemore und der Kulturkampf um Palästina</title>
		<link>https://nahostpolitik.com/ohne-kategorie/neigt-sich-israels-vorherrschaft-dem-ende-zu-macklemore-und-der-kulturkampf-um-palaestina/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Friedrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Sep 2026 14:12:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nahostpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[Ramzy Baroud, 28.09.2026 „Page Six Hollywood“ verkündete kürzlich: „Krieg der offenen Briefe zwischen pro-israelischen und pro-palästinensischen Lagern in Hollywood entbrannt.“ Noch vor wenigen Jahren wäre eine solche Schlagzeile undenkbar gewesen. Der Artikel beschrieb einen zunehmend offenen Konflikt zwischen pro-palästinensischen und pro-israelischen Kräften innerhalb der Unterhaltungsindustrie. Auf der einen Seite stehen Künstler und andere Branchenvertreter, die [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Ramzy Baroud</strong>, 28.09.2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Page Six Hollywood“ verkündete kürzlich: „Krieg der offenen Briefe zwischen pro-israelischen und pro-palästinensischen Lagern in Hollywood entbrannt.“ Noch vor wenigen Jahren wäre eine solche Schlagzeile undenkbar gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Artikel beschrieb einen zunehmend offenen Konflikt zwischen pro-palästinensischen und pro-israelischen Kräften innerhalb der Unterhaltungsindustrie. Auf der einen Seite stehen Künstler und andere Branchenvertreter, die klar Stellung gegen den Völkermord Israels im Gazastreifen beziehen; auf der anderen Seite stehen Verteidiger Israels, die versuchen, diesen Völkermord angesichts unwiderlegbarer Beweise zu leugnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch selbst diese Darstellung gab nicht das ganze Bild wieder. Was sich hier abspielt, ist weitaus folgenschwerer als ein Streit unter Prominenten oder ein „Krieg der offenen Briefe“. Es ist Teil einer sich anbahnenden kulturellen Revolution in der amerikanischen Gesellschaft – einer Revolution, die inzwischen die höchsten Ebenen des kulturellen Establishments des Landes erreicht hat. Und in diesem Kampf verliert Israel – und zwar massiv.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl der Artikel anerkannte, dass die Unterstützung für Palästina mittlerweile stark genug ist, um Hollywood offen zu spalten, verschleierte er das Ausmaß des laufenden Wandels, indem er die Situation als „Krieg“ zwischen zwei Lagern darstellte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lange bevor israelische Filmemacher, Produktionsfirmen und Schauspieler in Hollywood eine bedeutende Präsenz erlangten, hob die kulturelle Infrastruktur der Branche Israel bei jeder Gelegenheit hervor. Film und Fernsehen entwarfen das glänzende Bild einer heldenhaften Nation, deren Gründung und Fortbestand als Wunder dargestellt wurden, während die Enteignung und Gewalt, auf denen dieses Narrativ beruhte, weitgehend ausgeblendet wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Palästinenser, Araber und Muslime hingegen wurden fast ausnahmslos in ein negatives Licht gerückt: als das unkultivierte und bedrohliche „Andere“, dem angeblich jeder legitime Anspruch auf Zivilisation, jede erkennbare Moral und jede Geschichte oder Identität fehlte, die eine ernsthafte Auseinandersetzung verdient hätten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich spielte Hollywood eine zentrale Rolle bei der systematischen Entmenschlichung von Palästinensern in der westlichen Popkultur. Wenn nun Tausende von Schauspielern, Filmemachern, Produzenten und Künstlern öffentlich und aus prinzipiellen Gründen für Palästina eintreten – oft unter Inkaufnahme erheblicher beruflicher Risiken –, dann lässt sich mit Fug und Recht von einem kulturellen Wandel historischen Ausmaßes sprechen. Susan Sarandon, Mark Ruffalo, Penélope Cruz, Javier Bardem, Joaquin Phoenix, Tilda Swinton, Olivia Colman, Emma Stone, Cynthia Nixon und Riz Ahmed sind nur einige der prominentesten Namen auf einer stetig wachsenden Liste moralisch motivierter und mutiger Künstler, die sich einem archaischen Branchen-Establishment entgegenstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte reicht jedoch weit über Hollywood hinaus. Man denke nur an die heftige Kontroverse, die kürzlich in den USA entbrannte, nachdem Macklemore von den verbleibenden Terminen der „Loop Tour“ von Ed Sheeran gestrichen worden war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Macklemore ist weit mehr als nur ein pro-palästinensischer Sänger. Der mit einem Grammy ausgezeichnete Rapper und Songwriter ist ein begabter politischer Geschichtenerzähler, der künstlerischen Erfolg im Mainstream mit einem beständigen Engagement für soziale Belange verbindet. Seit Beginn des Völkermords hat er sich zu einer der stärksten Stimmen der Solidarität mit Palästina in den USA und darüber hinaus entwickelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während Sheerans jüngster Konzerte im MetLife Stadium in New Jersey bekundete Macklemore seine Solidarität mit den Palästinensern im Gazastreifen und im besetzten Westjordanland, forderte ein „freies Palästina“ und spielte „Hind’s Hall“ – seine Protesthymne zu Ehren von Hind Rajab, dem palästinensischen Kind, das von israelischen Streitkräften im Gazastreifen getötet worden war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reaktion auf Macklemores mutiges Eintreten ließ nicht lange auf sich warten, war aber auch vorhersehbar. Die Milliardäre, die die Veranstaltungsorte kontrollierten, griffen zu der Waffe, die ihnen noch zur Verfügung stand: ihrer finanziellen Macht. Robert Kraft, der Eigentümer des Gillette Stadium, verweigerte Macklemore den Auftritt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sheeran, der den Ernst der Lage offenbar unterschätzte, ging in die Defensive. „Ich bin nicht mitschuldig“, erklärte er und betonte, die Streichung Macklemores sei die Entscheidung des Veranstalters gewesen, nicht seine eigene. Doch eine derart schwache Reaktion eines der weltweit einflussreichsten Musiker – insbesondere in einer Situation, in der ein Künstler seiner eigenen Tournee für seine offene Haltung bestraft wurde – ließ sich kaum als politisch „neutrale“ Position verkaufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Vergangenheit hätte die Geschichte hier vielleicht geendet. Macklemore wäre isoliert und seine Karriere gefährdet worden, während Sheeran, die Veranstalter und die Stadionbesitzer weitgehend ungeschoren davongekommen wären.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Zeiten sind vorbei. Die weltweite Solidarität mit Macklemore – und damit auch mit Palästina – verbreitete sich so rasch, dass sich die für seinen Ausschluss Verantwortlichen gezwungen sahen, eine Reihe defensiver und teils widersprüchlicher Erklärungen abzugeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu diesem Zeitpunkt war der Schaden jedoch bereits angerichtet. Sheeran sah sich mit zunehmenden Boykottaufrufen und Protesten konfrontiert; ein irischer Radiosender setzte seine Musik sogar ab. Finneas, Lukas Graham und Aaron Rowe sagten ihre Teilnahme an der Tournee ab, ebenso wie Beoga, Sheerans Begleitband. Künstler und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens begannen, offen über den Völkermord, die Meinungsfreiheit und die Macht von Milliardären zu sprechen, die politischen Grenzen der Kunst zu diktieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch Podcaster und Kommentatoren in den sozialen Medien mobilisierten ihre Anhängerschaft, erreichten ein Millionenpublikum und beleuchteten die Kontroverse eingehender. Sie begannen zu hinterfragen, wer Kraft eigentlich ist, und untersuchten seine langjährige Verbindung zu Israel, seinen Kampf gegen die BDS-Bewegung sowie den gewaltigen finanziellen Apparat, der hinter seinem politischen Engagement steht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Versuch, Macklemore zu bestrafen, rückte letztlich Kraft, Sheeran und das gesamte Establishment der Unterhaltungsbranche in den Fokus einer beispiellosen öffentlichen Prüfung. Anstatt die Botschaft der Freiheit für Palästina zum Verstummen zu bringen, verstärkten ihre Aktionen diese nur noch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Letztlich handelt es sich hier nicht um die Geschichte zweier zerstrittener Künstler – ebenso wenig wie sich der Wandel in Hollywood auf zwei Lager reduzieren lässt, die offene Briefe austauschen. Beides sind Ausdrucksformen eines weitaus umfassenderen kulturellen Umbruchs, der tief in der amerikanischen Gesellschaft verwurzelt ist: Menschen unterschiedlichster Herkunft öffnen endlich die Augen für die Verbrechen Israels und für den enormen Einfluss, den Tel Aviv seit Langem auf ihr Land ausübt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abgesehen von gelegentlichen Meinungsumfragen schafft es diese Geschichte nur selten in die Schlagzeilen. Doch wenn das Pendel so weit ausschlägt, können weder Krafts Geld noch die Stadien, über die er verfügt, die Bewegung aufhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenso wenig können sie Macklemores Ruf „für ein freies Palästina“ zum Schweigen bringen – einen Ruf, in den mittlerweile Millionen von Menschen auf der ganzen Welt einstimmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Quelle</strong>: <a href="https://www.antikrieg.com">https://www.antikrieg.com</a></p>
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		<title>Die Skurrilitäten der Gaza- „Wiederaufbaupläne“</title>
		<link>https://nahostpolitik.com/ohne-kategorie/die-skurrilitaeten-der-gaza-wiederaufbauplaene/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Andreas Friedrich]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Sep 2026 11:51:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nahostpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[Kommentar von Andreas Friedrich, 25.09.2026 Der von US- Präsident Trump bei der UNO-Generalversammlung in New York präsentierte sechsmonatigen Wiederaufbauplan für Gaza scheint zur reinen Veranstaltung voller Skurillitäten zu verkommen, denn nicht nur die sog. „Nothilfe“ kommt, wenn überhaupt, nur ganz minimal an, sondern auch die Planungen, denn die Besatzungsmacht Israel stemmt sich vehement dagegen. Der [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Kommentar von <strong>Andreas Friedrich</strong>, 25.09.2026</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der von US- Präsident Trump bei der UNO-Generalversammlung in New York präsentierte sechsmonatigen Wiederaufbauplan für Gaza scheint zur reinen Veranstaltung voller Skurillitäten zu verkommen, denn nicht nur die sog. „Nothilfe“ kommt, wenn überhaupt, nur ganz minimal an, sondern auch die Planungen, denn die Besatzungsmacht Israel stemmt sich vehement dagegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der große Widerspruch: Jared Kushner, immerhin Trumps Schwiegersohn, spricht im Kontext einer ersten Phase des Wiederaufbaus des Gaza von 2,5 Milliarden Dollar innerhalb eines halben Jahres.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist Geld, welches nicht vorhanden ist und vor allem erst noch gespendet werden soll.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Parallel dazu verkauft die Trump Administration 40.0000 Bomben (Sprengladung je eine Tonne) an Israel, die den Gaza in Schutt und Asche legen, Israels Verteidigungsminister Israel Katz sprach diese Woche bereits davon, das, sollte auch nur ein israelischer Soldat im Gaza entführt werden, die Bevölkerung von Gaza-Stadt zu deportieren und die Stadt selbst völlig zu zerstören.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und derartige Bomben haben bereits ihre Dienste nicht nur im Gaza, sondern auch in Afghanistan, im Irak und im Iran erwiesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der ernsthafte Wille zum Frieden hört sich anders an, was sowohl für die Trump Administration in Sachen Bombenverkauf wie auch für die Aussagen des Herrn Katz gelten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch worum geht es eigentlich im Gaza?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuerst einmal hört sich der Begriff „Wiederaufbau“ oberflächlich gut an, aber was geschieht, wenn ein Besatzungssoldat entführt wird. Das Netanjahu Regime scheint ja nur drauf zu warten, um wieder losschlagen zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann wird die Infrastruktur durch die von den USA gelieferten Bomben erneut dem Erdboden gleich gemacht, und die Bevölkerung u.U. komplett ausgelöscht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und da der jüdische Staat im Gaza alles zerstört, ohne Rücksicht auf Verluste, zeigt sich daran, dass Häuser, Krankenhäuser, Schulen, in denen auch nur ein Hamas Mitglied vermutet wird, dem Erdboden gleichgemacht werden, auch wenn sich in dem Gebäude ganze Familien mit Kindern befinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst Zeltlager mit Flüchtlingen sind vor den Angriffen nicht sicher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und Herr Kushner?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser fordert die internationale Gemeinschaft auf, zu Spenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch der jüdische Staat denkt nicht mal im Ansatz daran, das Gebiet wieder zu verlassen und glaubt man den Aussagen diverser Minister, werden im Gaza entgegen jeden internationalen Rechts wie in den Westbank jüdische Siedler angesiedelt und das Gebiet für die Palästinenser immer weiter eingeschränkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu muss sich die Bevölkerung des Gazastreifens auf weitere willkürliche Angriffe Israels einstellen und die Opferzahl von derzeit knapp 75.000 eklatant weiter ansteigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und einen Wiederaufbau wird es erst dann geben, wenn davon der jüdische Staat und die radikalen Siedler profitieren, sprich, wenn für diese im Norden und an der Küste des Gaza die bereits vom Netanjahu Regime angekündigten „schmucken Einfamilienhäuser mit Israel- Fahne auf dem Dach“ entstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unterdessen laufen Planungen, bei den anstehenden Wahlen in Israel nicht nur die arabischen Parteien, sondern auch die arabischstämmige Bevölkerung von den Wahlen auszuschließen.</p>
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