Der Fake mit dem sogenannten Gaza- Friedensplan

Nahostpolitik

Kommentar von Andreas Friedrich, 05.01.2026

Trumps Gaza Friedensplan scheint immer mehr zu einem einzigen Witz zu verkommen, an diesen scheinen zumindest die Herren Trump, Netanjahu (beide zumindest nach außen hin) und vor allem die deutschen Medien nach wie vor zu glauben, ohne allerdings, zumindest was unsere Medien angeht, die Hintergründe zu beachten.

Dabei ist, glaubt man den Herren Netanjahu und Trump, die erste Phase des Plans abgeschlossen, wobei die Fakten jedoch eindeutig eine andere Sprache sprechen.

Tatsache ist, dass der jüdischen Staat innerhalb des Gaza willkürlich eine Grenze (gelbe Linie) gezogen hat, diese willkürlich immer weiter nach Westen verschieben kann und im Gaza auch zukünftig Besatzungsmacht (der jüdische Staat spricht von „Präsenz“) sein will. Kommt hinzu, dass bislang weder über einen Rückzug der Besatzungsarmee noch über eine palästinensische Verwaltung des Gaza auch nur ansatzweise gesprochen wurde. Beides ist jedoch offiziell Teil der 1. Phase des Plans, doch letzteres – die palästinensische Verwaltung des Gaza – lehnte die rechtsextreme Regierung des jüdischen Staates ohnehin vehement ab.

Das bedeutet, dass die 1. Phase des Gaza Friedensplan keinesfalls abgeschlossen, sondern obsolet geworden ist.

Laut Trumps Gaza- Plan soll es auch eine Waffenruhe geben.

Fakt ist, dass seit Oktober 2025 mehr als 400 Palästinenser von Israels Armee getötet werden, darunter etwa 70 Kinder. Die meisten, weil sie sich lt. Israels Aussagen der gelben Linie genähert hätten. Also reicht es schon, sich einer willkürlich gezogenen Grenze zu nähern, um erschossen zu werden, man muss gar keine Bedrohung darstellen. Da aber deutsche Medien ohnehin nur das wiederkäuen, was Israel vorgibt, stellten die erschossenen Personen eine „Bedrohung“ dar.  

Kommen wir zum Thema Lebensmittelversorgung im Gaza.

Von den knapp 600 vereinbarten LKW, die eigentlich pro Tag Lebensmittel in den Gaza bringen sollten, sind die Menschen im Gaza weit entfernt.

Israel weigert sich, Unterkünfte, die der Witterung, sprich dem Winter, Sturm und Regen einigermaßen Rechnung tragen, in den Gaza einführen zu lassen. Mit anderen Worten: Israel setzt die Menschen im Gaza ganz gezielt der Witterung aus, ohne dem irgendetwas entgegenzusetzen.

Und wenn nun noch den Hilfsorganisationen (auch denen im Gaza) seitens der Besatzungsmacht die Lizenzen entzogen werden, kann man sich ausmalen, wohin das führt: Nach den bereits 70.000 durch monatelangen Bombardierungen getöteten Palästinensern weitere X- tausend Tote, diesmal wetterbedingt und durch Mangelernährung.   

Und Trump? Dieser droht der Hamas, wenn diese sich nicht entwaffnen lässt mit noch viel schlimmerem als bisher. Geht’s überhaupt noch schlimmer?

Trump, der US- Präsident, der durch Drohungen auffällt, ein US Präsident, der völkerrechtswidrige Militärschläge durchführen lässt (US- Unterstützung für Israels Angriffe auf den Gaza und als letztes Beispiel Venezuela), ein Präsident, der weiteren lateinamerikanischen Ländern ebenso wie der venezuelanischen Übergangspräsidentin droht, sollten diese sich „nicht seinem Willen“ beugen.

Wir haben es mit einem US- Präsidenten und seinem größten Lakaien Herrn Netanjahu (oder umgekehrt?) zutun, denen beide das Völkerrecht völlig egal ist und die politische wie auch geographische Entscheidungen treffen, die allen guten Gepflogenheiten und, noch viel gravierender, internationalem und dem Völkerrecht widersprechen.  

Zu letzterem passt, das das zionistische Regime gerade dabei ist, in den besetzten Westbank, genau genommen in Ost- Jerusalem, knapp 70 palästinensische Familien aus ihren Häusern vertreiben lässt um Wohnraum für radikale jüdische Siedler zu schaffen.

Nicht nur hier werden von der Besatzungsmacht Israel völkerrechtswidrig Fakten geschaffen und die ganze Welt sieht zu.

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