Israel zwingt Ärzte ohne Grenzen zur Einstellung der Einsätze im Gazastreifen bis zum 28. Februar

Nahostpolitik

Dave DeCamp, 02.02.2026

Die israelischen Behörden haben die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) angewiesen, ihre Einsätze im Gazastreifen bis zum 28. Februar einzustellen. Israel behindert damit weiterhin humanitäre Hilfsmaßnahmen in den palästinensischen Gebieten.

Israel begründete die Einstellung der MSF-Einsätze im Gazastreifen mit der Weigerung der Organisation, die Identität ihrer palästinensischen Mitarbeiter preiszugeben. Dies ist eine Voraussetzung der strengen neuen israelischen Regeln für Nichtregierungsorganisationen, die in den palästinensischen Gebieten tätig sind. MSF sieht darin einen klaren Vorwand, um humanitäre Hilfe zu behindern.

„Dies ist ein Vorwand, um humanitäre Hilfe zu behindern. Die israelischen Behörden zwingen humanitäre Organisationen zu einer unmöglichen Wahl: Entweder sie setzen ihre Mitarbeiter einem Risiko aus oder sie unterbrechen die lebenswichtige medizinische Versorgung von Menschen in Not“, erklärte MSF in einer Stellungnahme zu der israelischen Anordnung.

MSF hatte bereits am Freitag erklärt, die Informationen über seine palästinensischen Mitarbeiter mit deren Zustimmung herauszugeben, sofern Israel Zusicherungen für deren Sicherheit gebe. „Trotz wiederholter Bemühungen wurde in den letzten Tagen deutlich, dass wir mit den israelischen Behörden keine Einigung über die erforderlichen konkreten Zusicherungen erzielen konnten“, erklärte die Hilfsorganisation.

Ärzte ohne Grenzen (MSF) forderte von Israel die Garantie, dass „alle Mitarbeiterdaten ausschließlich für den angegebenen administrativen Zweck verwendet wPersonalangelegenheiten und die Verwaltung der medizinischen Hilfsgüter behält; erden und die Kollegen nicht gefährden; dass MSF die volle Kontrolle über alle und dass jegliche Kommunikation, die MSF diffamiert und die Sicherheit der Mitarbeiter gefährdet, eingestellt wird.“

Da Israel diese Zusicherungen nicht gegeben hat, erklärte MSF: „Wir werden unter den gegebenen Umständen keine Mitarbeiterdaten weitergeben. Bisher wurden keine Mitarbeiterdaten an die israelischen Behörden weitergegeben.“ Seit dem 7. Oktober 2023 haben israelische Streitkräfte Hunderte von Helfern im Gazastreifen getötet.

Ärzte ohne Grenzen leistet den Palästinensern im Gazastreifen, die unter Israels völkermörderischem Angriff und der Blockade leiden, umfangreiche Unterstützung. Laut Palestine Chronicle behandelte die Gruppe im Jahr 2025 mehr als 100.000 schwere Verletzungen, führte 22.700 Operationen durch, gab fast 800.000 medizinische Beratungen, leistete Hilfe bei über 10.000 Geburten und bot zehntausende psychologische Unterstützungssitzungen an.

Quelle: http://www.antikrieg.com

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