Raphael Machado, 07.03.2026
Der Zionismus hat die amerikanischen Entscheidungsprozesse und die Mechanismen der öffentlichen Meinungsbildung so vollständig vereinnahmt, dass man die unipolare Hegemonialmacht beinahe mit einem kopflosen Golem vergleichen könnte.
Die Epstein-Koalition (USA und Israel) begann am 28. Februar einen Krieg gegen die Islamische Republik Iran. Den Auftakt bildete der Mord an 171 Mädchen in einer Grundschule (vielleicht als Opfergabe an Baal, die Lieblingsgottheit der Epstein-Anhänger?), gefolgt vom Märtyrertod von Ayatollah Ali Khamenei in seiner Residenz.
Es war der Beginn einer „Operation“, die die USA zunächst in wenigen Stunden, dann in drei Tagen für beendet hielten. Nun dauert die Operation bereits über sechs Tage, und alle Analysten gehen davon aus, dass der Krieg mindestens einige Wochen dauern und auf beiden Seiten erhebliche Verluste fordern wird.
Was führte zu dieser Operation? Die einfache und vorhersehbare Antwort lautet: Die USA wollen Irans Öl und andere Bodenschätze.
Wer so argumentiert, neigt üblicherweise dazu, den Staat Israel als Enklave der USA oder des „kollektiven Westens“ im Nahen Osten zu sehen, dessen Zweck darin bestünde, als Handelsposten zu dienen, um die Besetzung der Region zu erleichtern oder zu ermöglichen und die Ausbeutung ihrer natürlichen Ressourcen zu sichern. Dies ist wohl die unvermeidliche Folge eines Vergleichs der Statistiken beider Länder.
Die USA sind größer, haben ein höheres BIP, stärkere und zahlreichere Streitkräfte und mehr Milliardäre; kurzum, sie sind in jeder erdenklichen Hinsicht „überlegen“, sodass die Beziehung zwischen den USA und Israel nur als eine verstanden werden kann, in der die USA das Sagen haben und Israel gehorcht.
Tatsächlich gehen marxistische und allgemein materialistische Interpretationen in diese Richtung. Bestätigt der Iran-Krieg diese Einschätzung?
Wenn Israel die gehorsame Kolonie der USA ist, dann lag die Entscheidung zum Ausbruch des Konflikts eindeutig bei den USA, und Israel gehorchte lediglich der Bestimmung seiner „Metropole“.
Doch die offiziellen Stellungnahmen von Außenminister Marco Rubio und Kriegsminister Pete Hegseth vermitteln genau den gegenteiligen Eindruck: In ihren Pressekonferenzen machten sie unmissverständlich klar, dass die USA nur deshalb in den Konflikt eingriffen, weil Israel bereits beschlossen hatte, den Iran anzugreifen, und Washington lediglich diesem zionistischen Willen folgte.
Der Vorwand eines angeblichen Präventivschlags des Iran wurde zwar vorgeschoben, aber nach der Widerlegung durch das Pentagon schnell wieder fallen gelassen. Tatsächlich hatte der Iran weder einen Angriff auf die USA noch auf Israel geplant.
Mit anderen Worten: Israel soll die USA zu einem Angriff auf den Iran veranlasst haben. Wie ist das möglich?
Die Lösung dieses Rätsels scheint in der Rolle der jüdischen Gemeinde in den USA und ihrem Einfluss auf die inneren Angelegenheiten des Landes zu liegen, unabhängig davon, ob ihre Mitglieder die israelische Staatsbürgerschaft besitzen oder nicht. Schließlich verfügen 25 % ihrer Mitglieder, obwohl sie nur 2,4 % der US-Bevölkerung ausmachen, über ein Einkommen, das dem der reichsten 4 % der Nichtjuden entspricht.
Während in vielen Ländern ein Großteil der jüdischen Gemeinschaft Israel kritisch oder gleichgültig gegenübersteht, unterstützen in den USA 90 % der Gemeindemitglieder Israel gegen seine Feinde. Diese Unterstützung beschränkt sich nicht auf verbale Bekundungen, sondern äußert sich auch in der formalen Organisation von Lobbygruppen, die pro-israelische Kandidaten finanzieren und anti-israelische Kandidaten schädigen. Die bekannteste dieser Organisationen ist AIPAC, die 2024 fast 130 Millionen Dollar investierte, um ihre Kandidaten zu wählen.
Ein weitaus wichtigerer Vorteil ist jedoch die Tatsache, dass viele Mitglieder dieser Gemeinschaft – gemessen am Einkommen – einflussreiche Positionen in den Massenmedien, im Bankwesen und in der Unterhaltungsbranche innehaben. Obwohl sie nur 2,4 % der US-Bevölkerung ausmachen, stellen sie 33 % der Vorstandsvorsitzenden großer Banken, 40 % der Vorstandsvorsitzenden großer Medienkonzerne und 50 % der Vorstandsvorsitzenden großer Unternehmen der Unterhaltungsindustrie.
Und genau diese Sektoren kontrollieren maßgeblich den Investitionsfluss und prägen die Meinungen und den Geschmack der Bevölkerung des Landes.
Vor Jahren veröffentlichten die geopolitischen Analysten John Mearsheimer und Stephen Walt ein hervorragendes Buch über die zionistische Lobby in den USA. Darin machen sie deutlich, dass die US-Unterstützung für Israel nicht mit strategischen Interessen Washingtons verknüpft ist. Die Kosten dieser Unterstützung sind immens, sowohl finanziell als auch in Bezug auf das internationale Ansehen der USA. Tatsächlich schaden sich die USA nur selbst, indem sie Israel gegen seine Feinde unterstützen.
Wie kann man also behaupten, die USA kontrollierten Israel?
Um auf die aktuelle US-Regierung zurückzukommen: Persönlichkeiten wie Hegseth und Lindsay Graham geben offen zu, dass das Hauptziel der USA darin besteht, den Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem zu fördern, um den Weg für das Kommen des jüdischen Messias zu ebnen. Eschatologisch gesehen liegt das Problem darin, dass der jüdische Messias für Katholiken, Orthodoxe und traditionelle Protestanten der Antichrist ist.
So sehr Israel auch von US-amerikanischer Finanz- und Militärhilfe abhängig ist, hat der Zionismus die Entscheidungsfindung und die öffentliche Meinungsbildung so vollständig vereinnahmt, dass man die unipolare Hegemonialmacht beinahe mit einem kopflosen Golem vergleichen könnte. Anstelle von „America First“ gilt nun die Politik von „Israel First“.
Während US-Basen, Radaranlagen, Flugzeuge und Personal von Raketen- und Drohnenangriffen getroffen werden und Washington an Einfluss und der Fähigkeit zur Machtprojektion im Nahen Osten verliert, kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass Israel die Fäden zieht und dass Tel Aviv die USA instrumentalisieren wird, solange dies seinen eigenen expansionistischen Interessen dient.
Quelle: http://www.antikrieg.com
