Kommentar von Andreas Friedrich, 22.12.2025
Israels Botschafter in Deutschland, Ron Prosor (in erster Linie bekannt für seine über die Medien verbreitete Lobbyarbeit), hat sich zuletzt, wie zu erwarten war, zum Attentat in Australien geäußert und in Deutschland einen „Aufschrei der Anständigen“ gefordert.
Was der Botschafter des jüdischen Staates wie auch unsere Medien aber wohl wissentlich ignorieren, ist die Tatsache, dass der Staat, den er vertritt, wieder einmal Fakten in den Westbank schafft, diesmal in Sachen Siedlungsbau.
Hintergrund ist die Tatsache, dass das israelische Sicherheitskabinett den Bau von 19 Siedlungen in den nach wie vor besetzten Westbank genehmigt hat.
Wie Israels rechtsextremer Finanzminister Bezalel Smotrich auch sogleich vollmundig verlauten ließ, soll diese Maßnahme die „Gründung eines Palästinenserstaates verhindern“. Israels Verteidigungsminister Israel Katz unterstützt lt. Aussage Smotrichs diese Maßnahme.
Kritik kommt bislang einzig und allein, ansonsten herrscht wie immer das große Totschweigen vor allem in Deutschland, von der israelischen Friedensorganisation „Peace Now“. Diese spricht klar von Vertreibung. Einige der Siedlungen sind demnach in Gebiete vorgesehen, in denen es bislang keine Siedlungen und/oder Siedlungsaußenposten gibt, andere hingegen auf Gebiete, wo bislang Palästinenser gewohnt haben, später jedoch vom zionistischen Regime vertrieben wurden.
Wir fragen uns, ob es dem israelischen Botschafter Ron Prosor nicht auch gut zu Gesicht stünde, derartige Maßnehmen zu kritisieren, unterstützt er diese gar?
Oder müsste nicht nur gerade Herr Prosor, sondern auch unsere Medien, nicht auch in Sachen Siedlungsbau einen „Aufschrei der Anständigen“ fordern?
