Gaza: Betreibt die EU Gaza- „Wiederaufbau“ für die radikalen Siedler?

Nahostpolitik

Kommentar von Andreas Friedrich, 21.09.2026

Man kann der EU viele nachsagen, aber nicht, dass sie die Realität im Gaza erkennt.

Erst am vergangenen Wochenende erklärte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu auf einer Podiumsdiskussion und Wahlkampfveranstaltung, dass Israel im Gaza sei, um „das Land zu nehmen statt zurückzugeben“.

Und bereits in den vergangenen Monaten haben immer wieder Politiker des jüdischen Besatzerstaates wie Netanjahu, Itamar Ben-Gvir und Bezalel Smotrich, aber auch die radikalen jüdischen Siedler mitgeteilt, dass der Gaza auch zukünftig unter Israels Kontrolle steht und das dort jüdische Siedlungen errichtet werden.

Bei weiten Teilen der EU scheinen diesbezüglich entweder die Ohren geschlossen zu sein oder man bindet der Öffentlichkeit bewusst einen Bären auf.

So gab Dubravka Suica (immerhin EU-Kommissarin für den Mittelmeerraum) am Wochenende bekannt, dass sie mit dem israelischen Außenminister Gideon Saar über die Beziehungen zwischen der EU und Israel sowie über die Bemühungen zum Wiederaufbau des Gazastreifens gesprochen habe, so ein Beitrag der „The Jerusalem Post“.

Dabei betonte Dubravka Suica im Kontext des Gaza, das es dringend notwendig ist, den Gaza wiederaufzubauen und diesen Wiederaufbau zu beschleunigen. Daher wird die EU, so Suica, weiterhin mit Israel zusammenarbeiten, um Projekte vor Ort umzusetzen.

Und genau da – Projekte vor Ort – liegt der Knackpunkt.

Israel als Besatzungsmacht hat mehrfach durch diverse Politiker unterschiedlichster Parteien klargestellt, das jüdische Siedler im Gaza angesiedelt und vorrangig an der Küste und im Norden „schicke, neue Häuser“ für eben diese Siedler errichtet werden.

Bei der EU scheint man dies zu übersehen oder zu ignorieren.

Darüber hinaus lehnt die EU Israels Ausbau jüdischer Siedlungen im Westjordanland ab.

Und auch hier: Was soll das? Seit Monaten baut Israel bestehende jüdische Siedlungen aus, lässt durch die Armee und der radikalen jüdischen Siedler die Palästinenser aus ihren eigenen Häusern vertreiben und durch radikale Siedler besetzen.

Und da die 27 EU-Mitgliedstaaten bis jetzt immer noch keine gemeinsame Position im Umgang mit Israel haben, werden alle Erklärungen seitens der EU irrelevant sein.

Die EU kann doch schon lange ihren eigenen Worten nicht mehr glauben, denn diese gehen weit an der Realität und den Fakten, die der jüdischen Staat schafft, vorbei.

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