Philip Giraldi, 24.09.2026
Es ist kaum vorstellbar, wie die wahnwitzigen Behauptungen von Präsident Donald Trump über das Stadium reiner geistiger Umnachtung hinausgehen und etwas weitaus Schlimmeres – nämlich Katastrophales – annehmen könnten. Die vergangene Woche lieferte ein solches Beispiel: Trump eilte Berichten zufolge von Camp David ins Weiße Haus zurück, um über die Möglichkeit nachzudenken, den Iran zu „vernichten“ – in der Absicht, sich das Öl des Landes anzueignen, genau wie er und Außenminister Marco Rubio es in Venezuela getan hatten, nachdem sie zuvor die gewählten Führungskräfte jenes Landes entführt hatten. Doch noch „besser“ als die hämische Zerstörung eines Landes mit 90 Millionen Einwohnern – nur weil Israel ihm vermutlich dazu riet –, war der anschließende Zerfall der innenpolitischen Ordnung. Donald Trump, der regelmäßig vor allem Journalistinnen mit Beleidigungen wie „fett“, „dumm“ oder „hässlich“ attackiert, markierte eine gefährliche Eskalationsstufe in seinem Krieg gegen die freie Presse, indem er Medien, die er als liberal oder als Verbreiter von „Fake News“ einstuft, vollständig aussperrte – und Experten befürchten, dass dies erst der Anfang ist.
Am Freitag untersagte Trump CNN, MS NOW und Politico den Zutritt zum Gelände des Weißen Hauses. Er setzte diese Maßnahme am Wochenende in die Tat um: Journalisten der drei betroffenen Medienhäuser wurden abgewiesen, und ihre Presseausweise wurden vom Secret Service eingezogen. Auslöser für das Verbot war Berichten zufolge die inzwischen berüchtigte Natalie Harp; sie soll Trump Videos von Moderatoren des Senders MS NOW gezeigt haben, die seine Regierung kritisierten. Dies führte zu der Entscheidung, die Anwesenheit jener Journalisten, die kritische Fragen stellten, gänzlich zu unterbinden.
Die betroffenen Medienhäuser kündigten daraufhin an, gegen Trump zu klagen; der Präsident habe „unter Missachtung der grundlegendsten Garantien des First Amendment [Recht auf freie Meinungsäußerung] und der Due-Process-Klausel [Recht auf ein rechtsstaatliches Verfahren]“ gehandelt. Berichten zufolge haben sich auch andere Medien – darunter der ihm eigentlich wohlgesonnene Sender FOX – diesem Protest angeschlossen und ihre Journalisten von der Berichterstattung über sämtliche Auftritte Trumps abgezogen. Als Reaktion darauf will Trump in Kürze „Trump Television“ starten, um sich selbst zu inszenieren.
Inzwischen haben sich viele Amerikaner damit abgefunden, dass Trumps Wünsche oft mit seiner persönlichen Selbstverherrlichung als – nach eigener Aussage – größter und bester Präsident der US-Geschichte verknüpft sind. Dies geht damit einher, dass sein Name und sein Konterfei an Regierungsgebäuden sowie an jeder anderen geeigneten Stelle in der Hauptstadt und darüber hinaus prangen. Ein Gesetzesentwurf im Kongress sah sogar vor, Trump zu den vier Präsidenten hinzuzufügen, die am Mount-Rushmore-Denkmal in South Dakota geehrt werden. Angesichts von Trumps Hang zur Selbstvergötterung gilt im Weißen Haus alles, was auch nur im Entferntesten wie Kritik an seiner Politik oder seinem Verhalten klingt, als inakzeptabel – ebenso wenig duldet Trump abweichende Ansichten aus seinem eigenen Kabinett. Manche mögen argumentieren, dass der zutiefst ignorante Trump sich nicht mit Widerspruch auseinandersetzen will, weil er im Grunde seines Herzens weiß, dass er außerstande ist, sein eigenes Verhalten auch nur annähernd vernünftig zu rechtfertigen.
Doch all dieses Geplänkel mit den zunehmend feindselig gesinnten Medien war ein Kinderspiel im Vergleich zu den Enthüllungen der letzten Woche: Zunächst wurde bekannt, dass er den Abriss des Kennedy Center for the Performing Arts erwägt, weil es Widerstand dagegen gab, ihn dort zu „würdigen“, indem man seinen Namen in großen Bronzebuchstaben zur Inschrift an der Kennedy gewidmeten Fassade hinzufügt. Und als wäre das noch nicht genug, versetzte Trump den entscheidenden Schlag: Er plant den Bau eines berüchtigten Triumphbogens – wohl zu seinen eigenen Ehren – unweit des Kennedy Centers, und zwar auf der zu Virginia gehörenden Seite des Potomac, genau zwischen dem Arlington National Cemetery in Virginia und dem Lincoln Memorial auf der Seite von Washington, D.C. Die freie Sichtachse zwischen dem Friedhof und dem Denkmal war bewusst so angelegt, dass sie eine Verbindung herstellt zwischen den im Militärdienst ehrenvoll Gefallenen und Lincoln – jenem Präsidenten, der sein Amt ausübte und ermordet wurde, nachdem es ihm unter schrecklichen Opfern gelungen war, die Vereinigten Staaten als Union zu bewahren. Der auf dem Gelände des Custis-Lee-Anwesens errichtete Friedhof und das spätere Denkmal waren als Symbole für Frieden und Versöhnung nach einem blutigen Krieg gedacht – nicht als Orte zur Verherrlichung militärischer Macht!
Für diejenigen, die mit der laufenden Debatte über diesen Triumphbogen – oder, wenn man so will, „Trump-ph-al Arch“ (ein Wortspiel, das auf Trumps Ego anspielt) – nicht vertraut sind: Das Bauwerk soll rund 76 Meter (250 Fuß) hoch werden, also weitaus größer als vergleichbare Bögen anderswo auf der Welt, und würde die Sicht aus beiden Richtungen – also vom Militärfriedhof und vom Denkmal aus – versperren und beeinträchtigen. Zur Rechtfertigung des Bogens behauptete Trump, Washington sei die einzige Großstadt der Welt ohne ein solches Bauwerk, was jedoch keineswegs der Wahrheit entspricht. Der Bogen ist eine maßlos vergrößerte Kopie des Pariser Arc de Triomphe, der seinerseits auf dem – noch kleineren – Titusbogen in Rom basiert. Am Washington Square in New York City gibt es zudem einen unserem ersten Präsidenten gewidmeten Ehrenbogen, der weitaus kleiner ist als das, was Trump vorschwebt.
Das Besondere am „Trump-Bogen“ ist, dass er zu einer Waffe und einer militärischen Anlage umfunktioniert wird – ähnlich wie der 600 Millionen Dollar teure Ballsaal, der auf dem ehemaligen Gelände des Ostflügels des Weißen Hauses errichtet und zu einer unterirdischen Festung ausgebaut wurde; diese umfasst eine Einrichtung des Secret Service, ein Krankenhaus und diverse Verteidigungsanlagen. Der neue Entwurf für den Bogen sieht Scharfschützenposten auf und unter dem Dach vor sowie ein Lager für Munition und Drohnen. Letztere könnten Ziele angreifen, die meilenweit vom Bogen entfernt liegen – darunter auch das Kapitol in Washington D.C. Da der Bogen zudem nur etwas mehr als eine Meile vom Pentagon in Virginia entfernt steht – dem militärischen Hauptquartier der USA –, stellt sich die Frage, warum offensive Kapazitäten ausgerechnet in einem städtischen Umfeld stationiert werden, in dem unter normalen Umständen keinerlei Bedrohung erkennbar ist. Trump lieferte eine eher wirre Erklärung für die Planänderung und behauptete, sie sei auf Wunsch des Militärs erfolgt. Wie üblich beruft sich Trump auf die „nationale Sicherheit“ und argumentiert: „Auf dringenden Wunsch des US-Militärs und aus Gründen der nationalen Sicherheit habe ich zugestimmt, den prächtigen Triumphbogen – dessen Planung bis in die Zeit des Bürgerkriegs zurückreicht und der am ‚Receptive Circle‘ nahe der Arlington Memorial Bridge entstehen sollte – in einen erstklassigen Militärkomplex mit integriertem Triumphbogen umzuwandeln. Dieser soll der Unterbringung und Lagerung einer großen Anzahl von Drohnen sowie der Stationierung von Scharfschützen auf dem Dach und dem Vorplatz dienen und zudem große Mengen an Scharfschützenmunition bereithalten. Eine solche Anlage wird es nirgendwo sonst auf der Welt geben.“
In der Tat. Die Besessenheit des Wehrdienstverweigerers Trump mit den Streitkräften und dem Töten von Menschen ist an sich schon eigenartig und symptomatisch für eine psychische Störung. Vielleicht rechnet „The Trumpster“ nach der Wahl im November mit einem Aufstand, den er heldenhaft niederschlagen will, indem er Demonstranten mit vernichtendem Feuer von der Spitze des Bogens aus niedermähen lässt. Oder die Drohnen könnten eingesetzt werden, um mittels Sprengkraft Treffen von Gruppen auszulöschen, die dem Weißen Haus missfallen. Alles ist möglich!
Interessanterweise waren meine Frau und ich kürzlich zum Mittagessen am „The Wharf“ am Potomac River in Washington D.C. Wir saßen draußen, da das Wetter schön war, und ich stellte fest, dass wir uns genau in der Sichtlinie des geplanten Standorts für den Bogen befanden. Ein versierter Scharfschütze in erhöhter Position könnte uns mühelos ausschalten, und wären wir Teil einer größeren Gruppe, könnten wir Ziel eines Drohnenangriffs werden. Im Anschluss daran könnte das Trump-Team – oder dessen Nachfolger an der Macht – behaupten, ich sei ins Visier genommen worden, weil ich Israel kritisiert und somit gewissermaßen rechtmäßig der „Endlösung“ unterlegen hätte. Und zweifellos würde sich auch jemand im Stab des Weißen Hauses fragen: „Warum lassen wir all dieses wunderbare militärische Gerät herumliegen, ohne dass es jemand nutzt?“ Ja, genau das wäre das eigentliche Vermächtnis Trumps und eine Zukunftsvision für die Vereinigten Staaten von Amerika, auf die wir alle ungebremst zusteuern.
Quelle: https://www.antikrieg.com
