Die Skurrilitäten der Gaza- „Wiederaufbaupläne“

Nahostpolitik

Kommentar von Andreas Friedrich, 25.09.2026

Der von US- Präsident Trump bei der UNO-Generalversammlung in New York präsentierte sechsmonatigen Wiederaufbauplan für Gaza scheint zur reinen Veranstaltung voller Skurillitäten zu verkommen, denn nicht nur die sog. „Nothilfe“ kommt, wenn überhaupt, nur ganz minimal an, sondern auch die Planungen, denn die Besatzungsmacht Israel stemmt sich vehement dagegen.

Der große Widerspruch: Jared Kushner, immerhin Trumps Schwiegersohn, spricht im Kontext einer ersten Phase des Wiederaufbaus des Gaza von 2,5 Milliarden Dollar innerhalb eines halben Jahres.

Das ist Geld, welches nicht vorhanden ist und vor allem erst noch gespendet werden soll.

Parallel dazu verkauft die Trump Administration 40.0000 Bomben (Sprengladung je eine Tonne) an Israel, die den Gaza in Schutt und Asche legen, Israels Verteidigungsminister Israel Katz sprach diese Woche bereits davon, das, sollte auch nur ein israelischer Soldat im Gaza entführt werden, die Bevölkerung von Gaza-Stadt zu deportieren und die Stadt selbst völlig zu zerstören.

Und derartige Bomben haben bereits ihre Dienste nicht nur im Gaza, sondern auch in Afghanistan, im Irak und im Iran erwiesen.

Der ernsthafte Wille zum Frieden hört sich anders an, was sowohl für die Trump Administration in Sachen Bombenverkauf wie auch für die Aussagen des Herrn Katz gelten.

Doch worum geht es eigentlich im Gaza?

Zuerst einmal hört sich der Begriff „Wiederaufbau“ oberflächlich gut an, aber was geschieht, wenn ein Besatzungssoldat entführt wird. Das Netanjahu Regime scheint ja nur drauf zu warten, um wieder losschlagen zu können.

Dann wird die Infrastruktur durch die von den USA gelieferten Bomben erneut dem Erdboden gleich gemacht, und die Bevölkerung u.U. komplett ausgelöscht.

Und da der jüdische Staat im Gaza alles zerstört, ohne Rücksicht auf Verluste, zeigt sich daran, dass Häuser, Krankenhäuser, Schulen, in denen auch nur ein Hamas Mitglied vermutet wird, dem Erdboden gleichgemacht werden, auch wenn sich in dem Gebäude ganze Familien mit Kindern befinden.

Selbst Zeltlager mit Flüchtlingen sind vor den Angriffen nicht sicher.

Und Herr Kushner?

Dieser fordert die internationale Gemeinschaft auf, zu Spenden.

Doch der jüdische Staat denkt nicht mal im Ansatz daran, das Gebiet wieder zu verlassen und glaubt man den Aussagen diverser Minister, werden im Gaza entgegen jeden internationalen Rechts wie in den Westbank jüdische Siedler angesiedelt und das Gebiet für die Palästinenser immer weiter eingeschränkt.

Dazu muss sich die Bevölkerung des Gazastreifens auf weitere willkürliche Angriffe Israels einstellen und die Opferzahl von derzeit knapp 75.000 eklatant weiter ansteigen.

Und einen Wiederaufbau wird es erst dann geben, wenn davon der jüdische Staat und die radikalen Siedler profitieren, sprich, wenn für diese im Norden und an der Küste des Gaza die bereits vom Netanjahu Regime angekündigten „schmucken Einfamilienhäuser mit Israel- Fahne auf dem Dach“ entstehen.

Unterdessen laufen Planungen, bei den anstehenden Wahlen in Israel nicht nur die arabischen Parteien, sondern auch die arabischstämmige Bevölkerung von den Wahlen auszuschließen.

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