Drei Jahre nach dem „Massaker“: Netanjahus Kalkül ist voll aufgegangen

Nahostpolitik

Kommentar von Andreas Friedrich, 07.10.2026

Wenn irgendwer vom „Massaker“ des 07.10.2023 profitiert, ist es der jüdische Staat, denn die Pläne zur Besetzung des Gaza lagen schon vorher in der Schublade und Benjamin Netanjahu hat, das muss man so deutlich sagen, nur auf einen Vorwand gewartet um losschlagen zu können.

Weshalb hätte er – Netanjahu – sonst die Hinweise und Warnungen, die ihn insbesondere aus Ägypten, der Fatah und dem Shin Beth erreichten, ignoriert?

Eine Aufarbeitung aus Sicht des jüdischen Staates gibt es nicht, man muss von Verweigerungshaltung zum Schutz Netanjahus sprechen.

Genauso wenig gibt es eine sog. Untersuchungskommission, und wer verhindert diese? Netanjahu. Wohlwissend, dass er nicht ganz unbeschadet aus den Ergebnissen hervorgeht. 

Unterdessen ist die Situation sowohl im fast völlig zerstörten Gaza, hier verhindert das Regime des jüdischen Staates den Wiederaufbau, wie auch in den mit völkerrechtswidrigen jüdischen Siedlungsblöcken und jüdischen Siedlungen durchzogenen Westbank, ein eigenständiger palästinensischer Staat wird vom Regime des jüdischen Staates mit allen Mitteln verhindert und der Rest der Welt sieht tatenlos zu, für die dort lebende Bevölkerung kaum mehr zu ertragen.

Als ob das noch nicht genug wäre, treiben es die deutschen Medien, Bundesregierung wie Parteien aller Couleur und die israelische Lobby auf die Spitze und stoßen eine Antisemitismusdiskussion an, die es in dieser Form noch nicht gegeben hat.

So liegen beispielsweise in Hessen Pläne auf dem Tisch, nach denen zukünftig die Bezeichnung „rechtsradikal“ für die israelische Regierung ebenso unter Strafe steht wie die Aussage „Free Palestine“, also Gutheißen der Besatzung auf Staatsanordnung.

Doch ist es nicht die Regierung des jüdischen Staates, die mit Hilfe der rechtsradikalen Siedler die in den Westbank lebende palästinensische Bevölkerung systematisch vertreibt, deren Häuser und Ländereien abfackelt, zerstört und Menschen umbringen lässt um einen Staat Palästina im Keim zu ersticken?

Und genau an diesem Punkt wird insbesondere in Deutschland unterschieden, ob Juden Anschläge verüben oder eben Hamas. Letzteres wird verurteilt, erstes wie von Minister Johann Wadephul als „Wahlkampf“ abgetan.

Mord und Zerstörung aus Wahlkampfzwecken, sowas kann sich auch nur ein deutscher Minister einfallen lassen. 

Das Netanjahu- Regime und insbesondere die rechtsradikalen Minister Itamar Ben-Gvir (er möchte, dass jede Nacht mindestens 40 Palästinenser im Gaza getötet werden) und Bezalel Smotrich (unter seinem Schutz stehen die radikalen jüdischen Siedlerterroristen) jedenfalls scheinen ihren Zielen immer näher zu kommen.

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