Kommentar von Andreas Friedrich, 03.09.2026
Ein Teil der deutschen Medien treiben momentan, unter Umständen unbewusst, ein ganz übles Spiel mit der Bevölkerung im Gaza und gibt dabei offenbar ohne eine einzige Recherche übelste israelische Propaganda wieder.
Doch worum geht’s?
Der jüdische Staat in Person von Verteidigungsminister Israel Katz, hat laut eines Berichts u.a. des „Der Spiegel“ vom 02.09. Erklärungen abgegeben, wonach die Bevölkerung des Gaza „herausgeholt“ und danach in die Verantwortung der USA übergeben werden soll.
So soll Katz auf einer Konferenz sinngemäß gesagt habe, dass es „ohne diese Migration keine wirkliche Lösung für den Gaza gibt“ und Israel „bereit sei“, die Menschen aus dem Gaza herauszuholen.
Unterdessen verweisen die US- Botschaft im jüdischen Staat und das US- amerikanische Außenministerium im Kontext von Anfragen auf die jeweils andere Stelle.
Aber die Krönung liefert Israels Verteidigungsminister, welcher nicht nur der Hamas die Verantwortung zuschiebt, weil diese die Menschen (angeblich wollen nahezu 80 % den Gaza verlassen) wollen, angeblich daran hindert, den Gaza zu verlassen sondern auch noch vergisst, das es der jüdische Staat ist, welcher die Menschen daran hindert, das Küstengebiet zu verlassen und zudem eine „gelbe Grenze“ zieht und jeder Palästinenser, der sich dieser Grenze nähert, erschossen wird.
In diesem Kontext ist außerdem die Frage zu stellen, wann es eine solche Umfrage, in der die Bevölkerung des Gaza nach einem „Verlassen“ befragt wurde, gegeben haben soll und wie diese Umfrage von welchem Institut durchgeführt wurde (online, mit Fragebogen, Interviews?).
Oder ist es nicht eher so, dass Herr Katz der Bevölkerung aus dem Gaza irgendetwas in den Mund legt und den Rest der Welt bewusst täuscht, um die „Vertreibung“ zu rechtfertigen?
Zudem vergisst Israels Verteidigungsminister zu erwähnen, das radikale jüdische Siedler schon jetzt mit den Hufen scharren um den Gaza zu besetzen und jüdische Siedlungen dort zu errichten, was gegen die IV. Genfer Konvention spricht (Des weiteren hat Katz persönlich bereits im Dezember 2025 den Siedlern versprochen, im Norden des Gaza neue jüdische Siedlungen errichten zu lassen).
Und die von Katz angedachte Zwangsumsiedlung gilt gemäß der Genfer Konvention als Kriegsverbrechen.
Um den Plänen des jüdischen Staates mehr Gewicht zu verleihen, besuchte dessen Ministerpräsident Netanjahu Besatzungssoldaten im Gaza, schloss dabei einen Rückzug aus, sicherte zu, weiterhin die Kontrolle über das Gebiet auszuüben und versprach, die „gelbe Linie zu halten“.
