Kommentar von Andreas Friedrich, 19.10.2026
Wenn in der aktuellen Debatte um den Krieg gegen die Menschen im Gaza eins nicht fehlen darf, sind es Vorwürfe beispielsweise gegen Demonstranten und Parteien, bzw. Politiker:innen wie z.B. „Hass auf Israel“, „Hass auf Juden“, „Antisemitismus“ und neuerdings, wie im falls der „Die Linke“ auch „Antizionismus“.
Und drei Jahre nach Beginn des Gaza – Kriegs sowie ein Jahr nach dem Beginn des sogenannten „Waffenstillstands“, haben es Lobbyisten und diverse Medien es tatsächlich geschafft, die Berichterstattung aus, bzw. über den Krieg gegen den Gaza weitgehendst aus den Medien zu verbannen mit fatalen Folgen insbesondere für die Bevölkerung im Gaza.
Dabei läuft die Gewaltspirale des jüdischen Staates nach wie vor auf Hochtouren, gerade nach dem letzten Waffenstillstandsabkommen.
Seit Oktober 2025 wurden knapp 1.500 Palästinenser:innen durch Israels Armee getötet und weitere 5.300 z.T. lebensgefährlich verletzt.
Und die Katastrophe endet nicht.
Wie die Vereinten Nationen zuletzt berichteten, leben bereits jetzt rund 1,7 Millionen Palästinenser als Vertriebene und unter extremer Belastung, z.T. in Flüchtlingslagern und Zeltlagern, doch auch dort sind sie nicht vor Angriffen der israelischen Armee geschützt.
Zudem mangelt es an sauberem Wasser, medizinischer Versorgung und funktionierende sanitäre Anlagen, da mehr als 90% der Wasserinfrastruktur von Israel zerstört wurden, was wiederum zu Krankheiten wie Durchfall, Atemwegsinfektionen und schlimmerem führt.
Hinzu kommen Kinderkrankheiten wie Masern und ständiger Hunger, doch es mangelt an Medikamenten und medizinischem Material.
Maximal die Hälfte der Krankenhäuser im Gaza sind aktiv und wenn, dann nur stark eingeschränkt.
Für das Jahr 2026 hat die WHO 22 Angriffe des jüdischen Staates auf die Gesundheitsinfrastruktur im Gaza gelistet.
Viele medizinische Produkte wie Medikamente und Prothesen lässt die Besatzungsmacht Israel nicht in den Gaza hinein.
Dazu kommt der Mangel an Treibstoffe und Ersatzteile für Stromgeneratoren wovon insbesondere Krankenwagen, Krankenhäuser, Schulen und kleine Betriebe betroffen sind.
Unterdessen warnt das Gaza-Zentrum für Menschenrechte vor dramatischen Folgen der anhaltenden Verhinderung der Ausreise von Kranken und Verletzten aus dem Gazastreifen zur medizinischen Behandlung im Ausland angesichts der willkürlichen Schließung des Grenzübergangs Rafah durch Israel.
Das Leben mehrerer tausend Palästinenser ist durch diese Maßnahme bedroht.
In einem letzten Bericht vom 07.10.2026 erklärte das Zentrum für Menschenrechte, dass knapp 21.000 Patienten im Gazastreifen dringend eine Behandlung im Ausland benötigen, darunter 5.600 Kinder und 2.800 Krebspatienten, doch Israel verweigert nach wie vor die Ausreise und die medizinische Behandlung durch Importverbote in den Gaza und Schließung des Grenzübergangs Rafah.
Weiterhin hat das Gesundheitsministerium bis zum jetzigen Zeitpunkt den Tod von knapp 2.000 Patienten während des Wartens auf die medizinische Evakuierung seit Oktober 2023 dokumentiert, außerdem verhindert Israel nach wie vor die Evakuierung von Kranken und schwerverletzten aus dem Gaza.
Daher ist es dringend notwendig, das die internationale Gemeinschaft, die Vereinten Nationen, die Weltgesundheitsorganisation und diverse Hilfsorganisationen handeln und endlich Druck auf den Staat Israel auszuüben, um die Kranken und Verletzten aus dem Gaza herausholen zu können, auferlegte Reisebeschränkungen zu beenden, den Grenzübergang Rafah zu öffnen und den Zugänge zu allen erdenklichen Krankenhäusern nicht nur um Gaza, sondern auch in den besetzten Westbank, einschl. Ost- Jerusalem, zu ermöglichen.
Auch müssen endlich die Staaten, die in der Lage sind, Patienten aus dem Gaza aufzunehmen, insbesondere Deutschland, die medizinische Evakuierung aus dem Gaza und eine medizinische Behandlung insbesondere der schwer- und schwerstkranken Palästinenser, zu ermöglichen.
Unterdessen kam es in den besetzten Westbank vergangenes Wochenende erneut zu Angriffen radikaler Juden, diesmal auf eine aus den USA stammende Journalistin und Fotografin, diese liegt schwerverletzt in einem Krakenhaus und mehrerer EU- Diplomaten aus Frankreich, Belgien und Polen, welche sich vor Ort nahe Ramallah über die Lage der Palästinenser informieren wollten.
Eine gemeinsame Erklärung der EU, in dieser sollte der erneute Siedlerterror verurteilt werden, scheitere, wie bereits schon einmal, am Veto Deutschlands.
Erst vor wenigen Wochen hatte Deutschlands Außenminister Johann Wadephul den Mord an Palästinensern durch radikale Juden als „Wahlkampf“ abgetan, und da, so Wadephul, könne sich Deutschland nicht einmischen.
