Israelische Quadrocopter-Drohnen setzen Zeltlager im Gazastreifen in Brand – 800 Palästinenser vertrieben

Nahostpolitik

Die israelischen Angriffe im Gazastreifen dauerten auch am Montag an und forderten mindestens fünf Menschenleben, darunter ein siebenjähriges Mädchen.

Dave DeCamp, 27.10.2026

Wie lokale Quellen gegenüber der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA berichteten, warfen israelische Quadrocopter-Drohnen in der Nacht zum Sonntag Brandbomben auf ein Lager für Vertriebene nahe der Kreuzung Shuja’iyya im Osten von Gaza-Stadt. Dabei gerieten Zelte in Brand, und mehr als 800 Palästinenser wurden zur Flucht gezwungen.

Das Lager befand sich in der Nähe der sogenannten „gelben Linie“ – der Trennlinie zwischen dem von der israelischen Armee (IDF) besetzten Teil des Gazastreifens und dem übrigen Gebiet. Die dort lebenden Palästinenser gaben an, sie seien häufig israelischem Beschuss ausgesetzt gewesen, hätten aber keinen anderen Zufluchtsort gehabt. Laut WAFA waren etwa 200 Familien von dem Brand betroffen.

WAFA zitierte Menschenrechtsaktivisten, die das Niederbrennen des Lagers als Teil einer israelischen Politik der „erzwungenen Vertreibung und ständigen Entwurzelung“ bezeichneten. Sie argumentierten, der Vorfall könne ein „vollumfängliches Kriegsverbrechen sowie ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ darstellen.

Die Zerstörung der Zelte ereignete sich vor dem Hintergrund schwerer israelischer Angriffe im gesamten Gazastreifen; die israelische Armee scheint ihre Offensivaktionen im Vorfeld der Knesset-Wahlen am Dienstag zu intensivieren. Das Gesundheitsministerium in Gaza teilte am Montag mit, dass israelische Streitkräfte in den vergangenen 24 Stunden mindestens acht Palästinenser getötet hätten; drei weitere seien ihren Verletzungen erlegen, die sie bei früheren israelischen Angriffen erlitten hatten.

Al Jazeera berichtete, dass bei Angriffen im Gazastreifen am Montag mindestens fünf Palästinenser getötet wurden. Unter den Opfern war ein siebenjähriges Mädchen; sie gehörte zu den vier Menschen, die bei der Bombardierung eines Lagers für Vertriebene in Khan Younis im südlichen Gazastreifen ums Leben kamen. Eine weitere Person wurde bei einem israelischen Angriff im Stadtviertel Remal im Westen von Gaza-Stadt getötet.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums hat Israel seit der Unterzeichnung des sogenannten Waffenstillstandsabkommens im Oktober 2025 mindestens 1.559 Palästinenser getötet und 5.608 verletzt, wobei die israelische Armee das Abkommen wiederholt gebrochen hat.

Quelle: https://www.antikrieg.com

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