Kommentar von Andreas Friedrich, 21.10.2026
Den Zwei Millionen Palästinensern im Gaza, die auf dringende Hilfe von außen angewesen sind, steht ein mehr als harter Winter bevor und der Westen, allen voran die USA und Deutschland, trägt aufgrund internationaler Kürzungen, eine gehörige Portion Mitschuld.
Laut eigener Angaben fährt das Welternährungsprogramm, kurz WFP, die Ernährungshilfe für notleidende Menschen im Gazastreifen stark herunter, so eine Erklärung vom Montag in Rom.
Direkt betroffen: Eine halbe Million Palästinenser, die nun keine Hilfe mehr erhalten.
Als Grund nannte das WFP massive Kürzungen der Ernährungshilfe
Und diejenigen, die weiterhin Unterstützung erhalten, bekommen weniger Hilfe.
Besonders prekär wird die Lage für die Palästinenser, die nahe der sog. „Gelbe Linie“, leben.
Dort wird es neben der massiven Reduzierung von Lebensmittelpaketen ab sofort nur noch jeden 2. Tag eine warme Mahlzeit geben.
Als Grund nannte das WFD, das vor allem die USA und Deutschland, aber auch einige weitere sog. „wohlhabende Länder“, ihre Hilfe für den Gaza massiv eingeschränkt haben.
Als weiterer Grund wurde genannt, dass Israel die noch mögliche Hilfe für den Gaza zu einem großen Teil blockiert, was eine Unterstützung für die Bevölkerung im Gaza unmöglich macht.
Unterdessen forderten die rechtsextremen israelischen Minister, Finanzminister Smotrich und Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir die komplette Annexion der Westbank.
Netanjahu selbst befürwortet dies ebenso wie eine Eskalation des Krieges gegen den Iran. Laut Netanjahu müssen die Angriffe gegen den Iran „unverzüglich“ wieder aufgenommen werden.
Bereits am Freitag berichtete „Times of Israel“, dass sich etwa 80 Siedler, einige maskiert, bei Abu Falah nordöstlich von Ramallah palästinensischen Familien bei der Olivenernte näherten, die palästinensischen Familien mit Steinschleudern beschossen und verprügelten.
Die freischaffende Fotografin aus den USA, Heidi Levine, wurde mehrere mal zu Boden geworfen und Minuten lang geschlagen. Ihr wurde dabei eine Rippe und mehrere Wirbel gebrochen, zudem erlitt sie mehrere Schnittwunden.
Parallel dazu näherten sich während des Angriffs der jüdischen Siedler zwei Militärjeeps, wobei die Siedler auch nach Ankunft der Soldaten ihre Angriffe fortsetzten und die Soldaten die Palästinenser mit Tränengas beschossen.
Einer Untersuchung zur Folge, veröffentlicht von Al Jazeera am 19.10., schossen die israelischen Soldaten auch auf den Gemeinderat Abdel Jaber Obeid.
Bei einem weiteren Angriff jüdischer Siedler am Samstag gingen diese mit Stöcken und Eisenstangen nahe des Dorfer Taybeh auf europäische Diplomaten los.
Laut Aussage des belgischen Außenministers Maxime Prévot, wurde der belgische Generalkonsul in Jerusalem sowie Diplomaten aus Frankreich und Polen von den Siedlern angegriffen. Am Sonntag berichtete CBS News diesbezüglich, das der französische Bürgermeister Bernard Baudoux getreten und mit Eisenstangen geschlagen und zu Boden geworfen sei.
Netanjahu, die die Berichte umgehend zurückwies, hält dies „alles für maßlose Übertreibung“.
Die israelische Menschenrechtsorganisation Yesh Din hat seit Beginn der Olivenernte am 27. September mindestens 170 Angriffe von Siedlern verzeichnet, so Reuters am Freitag.
Und am Montag erörterte das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten, dass es alleine in diesem Jahr mehr als 2.060 Angriffe jüdischere Siedler in etwa 300 palästinensischen Gemeinden verzeichnet hat.
Der rechtsextreme israelische Finanzminister Smotrich erklärte am 27. September: „Ich glaube, wir müssen in Judäa und Samaria in den Krieg ziehen, um die Palästinensische Autonomiebehörde zu zerschlagen, die den Terror unterstützt.“
Vorab warb Smotrich am 06. Oktober auf einer Konferenz in Jerusalem für die Annexion der Westbank ebenso wie die des Gaza und des Libanon.
Sein ebenfalls rechtsextremer Kollege, Israels Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir, forderte „Statt Illusionen in ‚Frieden jetzt‘ brauchen wir Maßnahmen für die Auswanderung jetzt.“
Damit meinte er die Ausweisung von knapp 2 Millionen Palästinensers aus dem Gaza.
Und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu?
Dieser bekräftigte bei einer Sitzung am vergangenen Sonntag nochmals eine Absage an einen palästinensischen Staat.
